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„Too Slow To Disco“ jetzt als Brasil-Cocktail

Berlin. Seit einigen Jahren wird an der Ehrenrettung für den lange verrufenen, sündteuren Studio-Pop der 70er und 80er Jahre gearbeitet - mit der Serie „Too Slow To Disco“. Nun gibt es einen brasilianischen Ableger.

„Too Slow To Disco“ jetzt als Brasil-Cocktail

Ed Motta ist für die Compilation verantwortlich. Foto: Ed Niteroi

„Die entspannteste Versuchung, seit es Compilations gibt“, so nannte der deutsche „Rolling Stone“ die Soul-, Softpop- und Yachtrock-Serie „Too Slow To Disco“. Das trifft auch auf die passenderweise vor dem Sommer erscheinende fünfte Folge hundertprozentig zu.

„Too Slow To Disco Brasil“ (HDYA/Rough Trade) vereint 19 Songs von in Deutschland weitgehend unbekannten brasilianischen Künstlern wie Filó Machado, Don Beto, Cassiano oder Rita Lee & Roberto. Aber auf die Prominenz von Namen kommt es hier - wie schon bei den US-amerikanisch geprägten Vorgängern auf City Slang - gar nicht an.

Entscheidend ist der entspannte Flow dieser smoothen brasilianischen Soul-, Funk- und Pop-Perlen, mit denen sich jede Gartenparty musikalisch aufbrezeln lässt. Und ebenso wichtig sind die beiden Männer, die hinter der Compilation mit dem sonnenbestrahlten Zuckerhut auf dem Cover stecken.

Als da wären: Der Deutsche Marcus Liesenfeld alias DJ Supermarkt und der schwergewichtige brasilianische Singer-Songwriter Ed Motta, der in jüngster Zeit mit einigen brillanten Alben im Fahrwasser von Steely Dan, Stevie Wonder oder Earth Wind & Fire - etwa „AOR“ (2013) und „Perpetual Gateways“ (2016) - von sich reden machte.

„Eine Art musikalische Zeitmaschine“ soll „Too Slow To Disco Brasil“ sein - zurück in die späten 70er, die 80er und die frühen 90er Jahre, als Brasiliens Popszene den ultra-lässigen, sündhaft teuer produzierten Sound aus den USA aufsaugte. Das hatte dann weniger mit den Samba-Helden Gilberto Gil oder Caetano Veloso zu tun als mit Toto, Chicago, Doobie Brothers oder Gino Vannelli. Darauf einen Cocktail mit Pool-Blick!

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