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Tote bei neuen Ausschreitungen in Kenia

Nairobi (dpa) Bei neuen schweren Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten in einem Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind am Freitag nach Augenzeugenberichten mindestens acht Menschen erschossen worden.

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Tote bei neuen Ausschreitungen in Kenia

Unruhen

Bei neuen schweren Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten in einem Slum der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind am Freitag nach Augenzeugenberichten mindestens acht Menschen erschossen worden.

Auch in anderen Teilen des ostafrikanischen Landes gingen Sicherheitskräfte erneut mit Tränengas und scharfer Munition gegen Demonstranten vor, die gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki im vergangenen Monat protestierten. Im Küstenort Mombasa wurden unbestätigten Berichten zufolge vier Menschen bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet.

Der unterlegene Oppositionsführer Raila Odinga erkennt Kibakis Sieg bei den Präsidentenwahl vom 27. Dezember nicht an und spricht von Wahlbetrug. Die Anhänger der Opposition demonstrieren seit Mittwoch landesweit. In den nächsten Tagen wollen sie nach Angaben eines Sprechers der Oppositionspartei ODM Firmen boykottieren, die Kibaki und seine Partei unterstützen. «ODM glaubt, dass der Reichtum dieser Unternehmen benutzt wird, um die Demokratie in Kenia zu untergraben», begründete Parteisprecher Salim Lone die geplante Aktion.

Ein Bündnis von Bürgerrechtsgruppen forderte unterdessen eine Neuauszählung der Stimmen der Präsidentenwahl. Nach dem Wahlgang war es zu blutigen Unruhen mit hunderten Toten und mindestens 250 000 Flüchtlingen gekommen. «Nur die Wahrheit kann die Krise lösen», sagte David Nidi bei der Vorstellung einer Analyse der Unregelmäßigkeiten bei der Wahl.

Eine Auswertung der Stimmen der gleichzeitig abgehaltenen Parlaments- und Präsidentenwahlen weise zahlreiche Widersprüchlichkeiten auf, sagte Nidi. Dies untermauere die Vermutung, dass Wahlberichte gefälscht worden seien.

«Es ist unmöglich zu sagen, wer die Wahl gewonnen hat», sagte der Vorsitzende der kenianischen Menschenrechtskommission, Maina Kiai. Die Wahl und ihr umstrittenes Ergebnis seien Ausdruck einer seit langem andauernden politischen Krise. «Es ist unabdingbar, dass Kibaki und Odinga zum Dialog finden», sagte Kiai. «Wir spielen mit dem Feuer», kritisierte er die Haltung von Regierung und Opposition, die seit den Wahlen keine direkten Gespräche geführt haben. Internationale Vermittlungsversuche blieben bisher erfolglos.

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