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Traditionelle Heilmittel gefährden Dutzende Reptilienarten

London (dpa) Sie enden in Tabletten, Salben und Pulvern: Mindestens 165 Reptilienarten weltweit werden in traditionellen Heilmitteln verarbeitet, obwohl eine Wirkung dieser Zutaten oft gar nicht belegt ist.

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Sie enden in Tabletten, Salben und Pulvern: Mindestens 165 Reptilienarten weltweit werden in traditionellen Heilmitteln verarbeitet, obwohl eine Wirkung dieser Zutaten oft gar nicht belegt ist.

Das hat eine Inventur brasilianischer Artenschützer ergeben, über die der britische «New Scientist» (Nr. 2639, S. 7) berichtet. 88 dieser Reptilien stehen demnach bereits auf der Liste bedrohter Arten. Nach Beobachtung von Rômulo Alves von der Universität von Paraíba finden die traditionellen Mittel oft selbst in Städten mit einem guten Zugang zu moderner Medizin reißenden Absatz. Artenschutzstrategien müssten daher auch auf die kulturelle Wahrnehmung der traditionellen Medizin zielen.

Schlangenöl, Schildkrötenblut und Alligatorfett seien aber nicht nur fragliche Zutaten, sondern könnten mitunter krank machen statt gesund, schreibt der «New Scientist». So seien etwa wegen mangelhafter Hygiene bei der Produktion wiederholt gefährliche Salmonellen-Infektionen durch Klapperschlangen-Pillen aufgetreten. Die Originalstudie der Brasilianer ist im Fachjournal «Biodiversity and Conservation» erschienen.

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