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Trainer-Stimmen zum Fall Bülskämper: Bewusst Vorteil verschafft

LÜNEN Auch zwei Tage nach der Entscheidung der Fußballspruchkammer vom 3. März schlagen die drastischen Strafen für den FC Nordkirchen und dessen Spielertrainer Ralf Bülskämper hohe Wellen. Wir baten Trainer von Liga-Konkurrenten, Stellung zum Fall Bülskämper zu nehmen.

von Von Bernd Janning und Kevin Kohues

, 05.03.2008

Peter Machura, Trainer von BW Alstedde: "Ich habe Ralf Bülskämper als symphatischen Sportler kennen gelernt. Er musste bestraft werden, wenn er in der Sperrfrist gespielt hat. Ich habe für sein Tun kein Verständnis, glaube auch, dass der FC Nordkirchen nicht unschuldig ist. Das war alles nicht fair!"

Andreas Schneider, Trainer des A-Ligisten Wethmar: "Ich möchte mich da eher heraushalten. Irgendwann kann jeder von uns in der Kreisliga mit so etwas zu tun haben. Aber wir sind Amateursportler. Wenn ich mir dann aber das Geschehen bei den Profis ansehe. Die Strafe ist als ein Warnzeichen zu verstehen, dass kein Schiedsrichter auf irgendeine Art zu "überzeugen" ist. Über unsere drei jetzt am "grünen Tisch" gegen Nordkirchen gewonnenen Punkte kann ich mich nicht so richtig freuen!"

Klaus Ruhoff, Trainer von GW Selm, sprach auf Anfrage unserer Zeitung aus, was viele denken: "Wenn der FC Nordkirchen die Rote Karte bewusst vertuscht hat, um sich einen Vorteil zu verschaffen, ist das Wettbewerbsverzerrung. Dann begrüße ich die Entscheidung, dass so hart durchgegriffen wurde."

Sein Kollege Frank Bidar vom BV Selm sprach von einem "harten Urteil", wollte sich zu der Berechtigung der Strafe aber nicht weiter äußern.

Leidtragender der diversen Beschlüsse ist neben dem FC Nordkirchen auch die Reserve des SV Südkirchen. Dadurch, dass Union Lüdinghausen II und Westfalia Wethmar je drei Punkte dazubekommen, beträgt der Rückstand der Südkirchener auf Lüdinghausen nun sechs und auf Wethmar sogar zehn Zähler.

SVS-Trainer Christian Nölken: "Für uns ist das sicher ein ungünstiges Urteil. Aber unsere Situation ändert sich dadurch nicht gravierend. Wir müssen trotzdem gegen alle Mannschaften, die unten stehen, unsere Punkte holen."

"Wenn der Schiedsrichter bedrängt wurde, ist das nicht in Ordnung"

Weniger Verständnis für das Urteil äußerte PSV Borks Coach Jens Kalpein: "Ich weiß zwar keine Interna, halte die Strafe in dieser Höhe aber für ungerechtfertigt, weil sie wettbewerbsverzerrend und meisterschaftsentscheidend ist." Er habe Ralf Bülskämper nie als unfairen Sportsmann erlebt. Gleichwohl machte Kalpein deutlich: "Wenn der Schiedsrichter bedrängt wurde, ist das natürlich auch nicht in Ordnung."

In einem Punkt waren sich die befragten Trainer übrigens alle einig. Dazu stellvertretend Wolfgang Rödiger (SuS Olfen): "Die Meisterschaft ist nach diesem Urteil entschieden - Gratulation an Fortuna Seppenrade."  

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