Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Trauer um eine große Komödiantin

BERLIN Mit Bestürzung ist bei Fernsehschaffenden und Politikern der Tod von Schauspielerin Evelyn Hamann aufgenommen worden.

Anzeige

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff bezeichnete sie als große Schauspielerin und Komödiantin. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) betonte, „unvergesslich sind ihre Auftritte an der Seite Loriots, mit dem sie Film- und Fernsehgeschichte schrieb.“ Hamann war in der Nacht zum Montag im Alter von 65 Jahren in Hamburg gestorben. „Mit Ihrem unglaublichen Talent, ihrer enormen Wandlungsfähigkeit und ihrem Humor hat sie über Jahrzehnte hinweg alle Generationen bestens unterhalten und deutsche Fernsehgeschichte geschrieben. Ihr Publikum wird sie nicht vergessen. Die ARD wird ihr ein ehrendes Angedenken bewahren“, betonte Raff.

Größte Präzision

Neumann sagte, wie kaum eine andere habe Hamann es vermocht, „die Gefährdungen durch Alltag und Mitmenschen in den komischsten Farben zu zeichnen“. Auch wenn sie dank ihrer Wandlungsfähigkeit ebenso in ernsten Rollen überzeugen konnte, „werden uns besonders ihr unvergleichlicher Witz und ihr subtiler Humor fehlen“. NDR-Intendant Jobst Plog würdigte Hamann als eine Darstellerin, die „ihre Figuren mit größter Präzision und äußerst liebevoll gestaltet hat„. Sie sei zugleich eine Kollegin gewesen, die trotz ihrer Bekanntheit nie viel Aufhebens um sich gemacht habe. „Evelyn Hamann hat sich vor allem durch ihren Humor in das kollektive Gedächtnis der Deutschen gespielt“, sagte Plog.

Glanzrollen

ARD-Programmdirektor Günter Struve sagte, Hamanns Markenzeichen seien ihr „hanseatisch-trockener Humor und ihr spröder Witz, mit dem sie in immer neuen Rollen ihr Publikum begeisterte. Die Figur der 'Tippse' Adelheid Möbius von 'Mord Zwo' war dabei sicher eine ihrer Glanzrollen, die sie unvergesslich machen“. ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte Hamann als vielseitige, intelligente Schauspielerin mit unverwechselbarem Witz und Lust an der Verwandlung. Mit ihren „Geschichten aus dem Leben“ und anderen Fernsehfilmen sei sie zu einem Aushängeschild der ZDF-Unterhaltung geworden.

Der SPD-Fraktionschef in der Hamburger Bürgerschaft, Michael Neumann, drückte den Hinterbliebenen der verstorbenen Schauspielerin sein Mitgefühl aus: “Hamburg hat eine große Schauspielerin verloren.“ Es sei “nicht die große Pose gewesen, sondern die Darstellung von Menschen mit leichten Macken„, die Hamann beim Publikum beliebt gemacht habe, sagte Neumann. Die Schauspielerin war einem Millionen-Publikum vor allem als Partnerin von Vicco von Bülow alias Loriot in Sketchen und Filmen bekannt gewordem. In den 80er Jahren verkörperte sie die Haushälterin Carsta Michaelis in der Serie „Die Schwarzwaldklinik“.

Aus einer Musikerfamilie

Seit 1992 spielte Hamann die Titelrolle in der ARD-Serie „Adelheid und ihre Mörder“ an der Seite von Heinz Baumann. Hamann wurde 1942 in eine Hamburger Musikerfamilie geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst der Hansestadt folgte ab 1968 eine abwechslungsreiche Laufbahn an verschiedenen Bühnen, darunter das Deutsche Theater Göttingen, die Städtischen Bühnen Heidelberg und das Theater Bremen.

Anzeige
Anzeige