Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Trotz Siegen: DFB-Gruppengegner ohne Euphorie

Hamburg (dpa) - Tschechien und Irland sind für Tabellenführer Deutschland die schärfsten Konkurrenten auf dem Weg zur EM 2008, doch bei den Verfolgern herrscht trotz Siegen keine Aufbruchsstimmung.

Beide DFB-Rivalen verfehlten in ihren Qualifikationsspielen der Gruppe D die erhofften Befreiungsschläge und zeigten erneut dürftige Leistungen. «Wir haben schlechter gespielt als gegen Deutschland», sagte Tschechiens Trainer Karel Brückner nach dem mühsamen 1:0 (1:0)-Sieg gegen Zypern und kündigte Gesprächsbedarf an: «Wir werden uns mit der Mannschaftsführung und dem Verband zusammensetzten, verschiedene Dinge bewerten und dann weitersehen.»

Die tschechische Presse fordert derweil schon Brückners Entlassung. «Offenbar braucht die Mannschaft eine härtere Hand, als der Trainer sie besitzt. Brückners Ära war in den vergangenen Jahren wunderschön, aber jetzt scheint Zeit, zu sagen: Dankeschön, auf Wiedersehen», schrieb «Mlada fronta Dnes». Auch die Zeitung «Lidove noviny» sieht den Rauswurf des Trainer-Routiniers nahen: «Eine Trainer-Entlassung wäre zwar weder gerecht, noch fair. Aber neue Besen kehren eben meist besser als alte.»

In Irland hat Trainer Steve Staunton trotz des 1:0 gegen die Slowakei und nun vier Siegen in Serie einen schweren Stand. «Die Jungs haben mit viel Stolz und Leidenschaft gespielt», sagte er. Vor allem die Magerkost gegen die Außenseiter San Marino (2:1) und Wales (1:0) werden ihm aber vorgeworfen. Verteidiger Richard Dunne stellte sich hinter seinen Coach: «Wir spielen im Moment sicher nicht den besten Fußball, aber wir sammeln die Punkte - das ist entscheidend.» Das einzige Tor gegen die Slowaken schoss Kevin Doyle (13.), der für den gelbgesperrten Kapitän Robbie Keane spielte.

Irland hat in der Gruppe D als Dritter ebenso 13 Punkte wie das Spitzenduo Deutschland und Tschechien. Aber die Tschechen absolvierten ein Spiel weniger. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw kann seinen Vorsprung sogar bei noch zwei ausstehenden Spielen ausbauen. Die Slowakei, die unter ihrem neuen Trainer Jan Kocian das erste Spiel verlor, hat mit neun Punkten aus sechs Spielen nur noch minimale Chancen bei der Finalrunde in Österreich und der Schweiz im Juni kommenden Jahres dabei zu sein. Nur die ersten beiden jeder Gruppe qualifizieren sich. Mit sechs Zählern auf Rang fünf ist Wales bereits abgeschlagen, trotz des 3:0-Sieges gegen das punktlose Schlusslicht aus San Marino.

Trotz aller Kritik scheint Brückner von seinen Rücktrittsgedanken nach der 1:2-Pleite gegen Deutschland und der skandalträchtigen Feier von mehreren Spielern im Anschluss vorerst Abstand zu nehmen. «Was mich persönlich betrifft, sind irgendwelche Entscheidungen nicht an der Tagesordnung. Die Arbeit mit einer Nationalmannschaft bringt eben großen Druck mit sich, damit muss man fertig werden», sagte der 67-Jährige nach dem knappen Sieg über Zypern durch das Tor von Innenverteidiger Radoslav Kovac (22.). Er wehrte sich gegen die zunehmende Kritik aus dem eigenen Land: «Wir sind nicht in einer Krise.»

THEMEN

Anzeige
Anzeige