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Trotz aller Strapazen kann der Strongman-Run Familie Jücker nicht schocken

Leichtathletik

WERNE/WEEZE Die dreckigen Klamotten liegen zum Einweichen in der Badewanne, die Oberschenkel schmerzen noch, aber die Euphorie ist ungebrochen. Lothar (55), Benedikt (22) und Andreas Jücker (21) quälten sich am Sonntag beim Strongman-Run – und haben immer noch nicht genug.

von Von Alexandra Neuhaus

, 20.04.2010
Trotz aller Strapazen kann der Strongman-Run Familie Jücker nicht schocken

Vor dem Start hatten sie noch gut lachen: Benedikt, Lothar und Andreas Jücker (v.l.).

„Ich habe mich am Montagabend direkt auf die Warteliste setzen lassen“, sagt Andreas Jücker. Der Fitness-Fan, dem sein Bruder Benedikt im Vorfeld noch unzureichendes Training bescheinigt hatte, ist süchtig nach der Herausforderung. Dass die Suche nach dem Kick auch ungeahnte Kräfte freisetzen kann, bewies der sportliche Werner am Wochenende nicht nur sich, sondern auch der ganzen Familie. Als schnellster Jücker absolvierte er die 18 Kilometer, gespickt mit 19 herausfordernden Hindernissen und gemein steilen Erdhügeln in schnellen 2:56:13 Stunden, Platz 1791 von 6955 Startern. „Klar war ich schnell, ich war ja auch gut vorbereitet“, sagt Andreas Jücker selbstbewusst. Sein Bruder Benedikt hat indes eine andere Theorie. „Er war nur schneller, weil er das Spinnennetz umlaufen durfte, während ich schon mitten in der Riesenmenschentraube vor dem Netz stand.“

Wie dem auch sei, fest steht, dass auch Benedikt Jücker dem Abenteuer Strongman nur Positives abgewinnen kann – und das trotz 11 Grad kaltem Wasser bis zum Hals. „Das hat am wenigsten Spaß gemacht, aber ich bin durchgeschwommen“, sagt der Maschinenbau-Student. Den Beschimpfungen, wenngleich auch lustiger Art, denen Teilnehmer, die am Rand der mit Wasser gefüllten Kiesgrube einen befestigten Weg über die so genannte „Pussy-Lane“ nahmen, wollte er sich dann doch nicht aussetzen. „Ich hatte mir ohnehin vorgenommen zu schwimmen.“ Der Einsatz hat sich gelohnt. Mit 3:08:29 Stunden (Platz 2526) war Benedikt Jücker deutlich schneller als im Vorjahr (3:19:58 h).

Erschöpft, aber stolz auf sich – das ist auch Vater Lothar Jücker. Matsch bis zum Hals, Sand zwischen den Zehen und Schuhe, die nach einem Strongman-Run eigentlich nur noch zu entsorgen sind – all‘ diese Erfahrungen aus dem Vorjahr konnten auch ihn nicht abhalten, sich wieder in das „härteste Rennen der Welt“ zu stürzen.   „Es war schlimmer als im letzten Jahr“, sagte der 55-Jährige, der nach 3:33:03 Stunden (Platz 4137) ins Ziel kam. Das Schlimmste? „Das kalte Wasser. Da ist mir im ersten Moment die Luft weggeblieben“. Dennoch – wenn der jüngste Jücker-Sohn Tobias im kommenden Jahr auch mit dabei ist, will auch Lothar Jücker sich noch einmal an den Strongman wagen, allem Dreck zum Trotz.