Vaterunser: Söding widerspricht Papst-Kritik an Übersetzung

Ein Bochumer Theologe hat der Kritik von Papst Franziskus an der Übersetzung des Vaterunser widersprochen. „Seit Martin Luther ist die deutsche Übersetzung des Vaterunsers ein und dieselbe. Sie ist präzise, und sie ist tief. Falsch ist nur die Behauptung, die Übersetzung sei falsch“, sagte Thomas Söding, Professor an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, dem „Kölner Stadtanzeiger“ (Montag).

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Rom

, 11.12.2017, 06:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Papst Franziskus hatte die Übersetzung des Vaterunser in mehreren Sprachen bemängelt. Die Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“, wie sie etwa im Deutschen und Italienischen lautet, sei „keine gute Übersetzung“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt in einem Interview, das der Sender TV2000 am Mittwochabend ausstrahlte. „Lass mich nicht in Versuchung geraten“, träfe es besser, sagte Franziskus. „Ich bin es, der fällt, aber es ist nicht er, der mich in Versuchung geraten lässt.“ Ein Vater mache so etwas nicht. „Ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan.“

Söding riet Christen nun: „Sie sollen beten, was sie immer gebetet haben: Und führe uns nicht in Versuchung.“

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