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Vereine ärgern sich: Höhere Beiträge, aber keine Gegenleistung

KREISGEBIET Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hatte schlechte Nachrichten für die Verein: Er verdoppelt die Vereinsabgaben zum 1.1.2008. In Selm stößt das auf wenig bis gar kein Verständnis. Eher auf Ohnmacht.

von Von Kevin Kohues und Theo Wolters

, 11.12.2007
Vereine ärgern sich: Höhere Beiträge, aber keine Gegenleistung

Um das liebe Geld ging es am Donnerstag im rat. Dort standen die Haushaltsreden auf der Tagesordnung.

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hatte seinen Vereinen am Samstag die schlechte Nachricht beschert: Die Vereinsabgaben an den Verband werden ab 1. Januar 2008 verdoppelt. Als Gründe nannten die Verbandsoberen allgemeine Preissteigerungen, Tariferhöhungen bei den Gehältern und geringere Zuwendungen des Landessportbundes. Zudem, so der Verband, fielen die Strafen durch den elektronischen Spielbericht fast komplett weg.

Bernhard Bußmann, Vorsitzender des SuS Olfen ist alles andere als erfreut über diese Erhöhung. Denn auch die Leichtathleten, bei denen sich die Verbandsabgabe nach der Anzahl der Vereinsmitglieder richtet, müssen nun statt 260 Euro saftige 520 Euro zahlen. "Ich könnte mich damit anfreunden, wenn die Gegenleistung stimmen würde", so der SuS-Vorsitzende.

An eine Qualitätsverbesserung sei aber nicht zu denken, die höheren Beiträge würden lediglich zur Defizitabdeckung aufgrund einer Misswirtschaft des Verbands herhalten. "Im Gegenteil, die Qualität wird sogar schlechter, hat man doch auf der Geschäftsstelle Personal abgebaut." Er wäre mit der Erhöhung durchaus einverstanden, wenn die personelle Situation verbessert würde. "Daran wird aber nicht gedacht."

SV Südkirchen: Fast 1000 statt 500 Euro

Bei den Fußballvereinen richtet sich die Höhe der Verbandsabgabe nach der Liga-Zugehörigkeit der 1. Mannschaft. Für den SV Südkirchen, als Bezirksligist der klassenhöchste heimische Klub, bedeutet die Verdoppelung einen Sprung von 487,50 Euro auf 975 Euro. Präsident Marc Paulsen hat dafür kein Verständnis: "Ich habe den Eindruck, dass ähnlich wie auf kommunaler Ebene immer der einfachste Weg gewählt wird. Anstatt zu sparen, werden einfach die Gebühren erhöht."

Den Nachbarn aus Nordkirchen trifft es als Fußball-A-Ligisten (416 anstatt 208 Euro) und Leichtathletikverein ebenso wie den SuS Olfen in zweifacher Hinsicht. Vorsitzender Rainer Heimann: "Es ist sehr ärgerlich zu beobachten, dass der schwarze Peter wieder bis auf die unterste Ebene durchgereicht wird." Heimann weiter: "Wir wirtschaften seit Jahren sehr solide und sollen jetzt wieder das Missmanagement anderer Bereich ausbügeln - das ist für mich eine Zumutung."

"Wir müssen es schlucken, ändern können wir nichts"

Ähnlich sieht es auch Gerorg Hillmeister, 2. Vorsitzender von GW Selm. "Ich wundere mich schon, dass dies immer so einfach geht. Für die Vereine wird es finanziell immer schwieriger." Es werde alles teurer, zudem würden Zuschüsse immer weiter gekürzt. Hillmeister: "Wir müssen es schlucken, ändern können wir nichts."

  

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