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Viele Räder laufen perfekt ineinander

Der RSC Stadtlohn blickt auf 50 bewegte Jahre zurück

Erfolgreiche Vereine sind immer auch das Ergebnis engagierter Menschen und Macher im Vorder- und im Hintergrund. So auch beim RSC Stadtlohn.

Stadtlohn

08.06.2018
Viele Räder laufen perfekt ineinander

Die Nachwuchsarbeit war zu Beginn ein besonderes Steckenpferd im noch jungen Verein RSC Stadtlohn. Das schrieb sich auf der Vorstand mit dem Vorsitzenden Wolfgang Bütterhoff (r.) und Rudolf Heming (2.v.r.) auf die Fahnen.Fotos (4) Archiv RSC

Kontinuität, Innovationsgeist und engagierte wie motivierte Mitstreiter sorgten in den Anfangsjahren des RSC Stadtlohn dafür, dass der Verein schnell zu einer Hochburg des Radsports wurde. Neben vielen Mitstreitern, die von der Idee, den Radsport „auf dem Land“ und abseits der Zentren zu etablieren, schnell begeistert waren, waren es einige tragende Säulen, die die Geschicke nachhaltig mitbestimmten. Und dabei auf den großen Rückhalt in der Bevölkerung bauen konnten.

Zum ersten Vorsitzenden wählte die Gründungsversammlung am 20. April 1968 Wolfgang Bütterhoff. Dieser setzte beruflich eigentlich auf vier Räder, das Autohaus Bütterhoff war über Jahrzehnte eng mit dem RSC Stadtlohn und seinen Radsportevents verbunden. Den Funken von Bocholt mit seinem legendären Hünting nach Stadtlohn überspringen ließ Hermann- Josef Knuf.

Anregungen durch Quereinsteiger

Als erster Geschäftsführer war der heutige Ehrenvorsitzende unbestritten der „Motor des Vereins“, der durch seinen Ideenreichtum und enorm viel Überzeugungskraft und Engagement die schnell wachsende Mitgliederschar, Freunde und Förderer und die Bevölkerung Stadtlohns mitriss. Zugute kam Knuf dabei seine starke Vernetzung in der Region als Vorstandsmitglied der damaligen Sparkasse Stadtlohn. Ohne die besondere Kontaktgewinnung und –pflege von Sponsoren wären Großveranstaltungen wie die NRW-Rundfahrt oder die Deutsche Meisterschaft im Einzelzeitfahren nicht denkbar gewesen. Er packte die Dinge mit positiver Energie an. Vereine leben auch von den Quereinsteigern, die die Sicht von außen hineinbringen oder durch besondere Talente hervorstechen.

Stratege Rudolf Heming

Einer dieser Strategen war gewiss Rudolf Heming, der schon im Gründungsjahr Mitglied im RSC Stadtlohn wurde, und später das Amt des zweiten Vorsitzenden ausfüllte. Heming hatte zunächst überhaupt keine Berührungspunkte mit dem Radsport, wurde aber schnell vom Virus infiziert. Die Euphorie und Begeisterung ließ ihn sogar eine Trainerausbildung absolvieren. Abseits der Rennstrecke bestach Heming als organisatorisches Multitalent. Seine besondere Hartnäckigkeit sorgte unter anderem dafür, dass vor rund 30 Jahren bei der Deutschen Meisterschaft im Einzelzeitfahren ein Pressezentrum im Großen Sitzungssaal des Rathauses nach den geforderten internationalen Standards eingerichtet wurde, obwohl eigentlich gar nicht genug Telefonleitungen verfügbar waren. Auch die Beschaffung von Hubschraubern für die Beobachtung des Rennverlaufs war für Heming kein Problem. Die Freiwillige Feuerwehr musste seinerzeit dafür sorgen, dass die Asche im Berkelstadion, dem Landeplatz, nicht so sehr staubte. Alle packten in Stadtlohn mit an, wenn es um die Förderung des Radsports ging.

Macher und Talente

Die Chemie passte bei den „Machern“, die ihre unterschiedlichen Talente und Erfahrungen gewinnbringend in den Verein einbrachten. Ein Coup der besonderen Art war gewiss die Verpflichtung von Karl-Heinz Henrichs als Trainer – dank der engen Verbindungen von Knuf in dessen Wohnort Bocholt. Henrichs fuhr in den 1960er-Jahren selbst unter der Trainerlegende und „Sechstagekaiser“ Gustav Kilian und gab diese Erfahrungsschätze in den ersten Jahren auch an die Stadtlohner Radsportler weiter.

Der Olympiasieger von Tokio 1964 als Mitglied des Bahnvierers und zudem Vizewelt- und Weltmeister führte über 20 Jahre das Wintertraining für die Stadtlohner Radsportler durch. Er wurde so zu einem Vorbild und Idol der Stadtlohner Sportjugend. Gustav Kilian selbst ließ sich seinen regelmäßigen Besuch in freundlicher Verbundenheit mit dem RSC Stadtlohn nicht nehmen.

Um dieses feste Grundgerüst herum gelang es dem RSC Stadtlohn über Jahrzehnte, viele engagierte Mitstreiter – und teilweise ganze Familien – zu begeistern, ohne die der Verein kaum so rasch zu einem der mitgliederstärksten Radsportvereine in Nordrhein-Westfalen mit vielen Großevents in Stadtlohn geworden wäre.

50 Jahre bewegte Geschichte – darauf blickt der RSC Stadtlohn 1968 e.V. in diesem Jahr zurück. Viel hat sich getan seit den Anfängen, gerade im Radsport haben sich die Rahmenbedingungen immer wieder geändert. Darauf mussten auch die Verantwortlichen im RSC reagieren – und haben immer wieder Lösungen entwickelt, um den Verein solide für die Zukunft aufzustellen.