Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Interview mit Jürgen Banken:

„Viele Trainer nehmen sich viel zu wichtig“

Ahaus Nach zwei erfolgreichen Spielzeiten in der A-Liga läuft es für Union Wessum in der laufenden Serie mit Rang 13 bislang nicht nach Wunsch.

„Viele Trainer nehmen sich viel zu wichtig“

Jürgen Banken Foto: Foto: Johannes Kratz

Im Gespräch mit Dr. Johannes Kratz, Mitarbeiter in der Lokalsportredaktion, redet Union-Trainer Trainer Jürgen Banken über die aktuelle Situation seiner Mannschaft und die Perspektiven.

Das Spieljahr 2017 war für die Wessumer Fußballer nicht sehr erfolgreich. Woran hat es gelegen?

Das ist einfach zu erklären. Wir hatten in der Halbserie große Personalsorgen und haben uns zu viele individuelle Fehler geleistet. Zudem gab es taktische Probleme. Unser Spiel hatte zu wenig Tiefe, weil uns die Stürmer gefehlt haben. Dann haben wir uns auch noch eine schlechte Chancenverwertung geleistet. Das ergibt in der Summe nur wenige Punkte. Trotzdem ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft aber nach wie vor recht gut. Trainer und Spieler hinterfragen aber auch die aktuelle Situation.

Nun ist mit Frank Rose zur Rückrunde ein Torjäger von der SpVgg Vreden zurück zu seinem Heimatverein gewechselt. Wie sehen Sie die Mannschaft jetzt aufgestellt?

Frank Rose ist nur ein Bonbon, das wir aber sehr gern angenommen haben. Bei der Union gibt es noch zusätzliche Optionen. So kehren nach recht langwierigen Verletzungen Stürmer Meike Reinermann und Abwehrspieler Franz Böcker in den Kader zurück. Michael Gerwing wird allerdings mit seinem Kreuzbandriss bis zum Sommer ausfallen. Insgesamt haben wir durch die drei neuen Spieler deutlich mehr Möglichkeiten, unser Spiel zu entwickeln.

Wie ist denn der Wechsel von Rose abgelaufen?

Ich habe ihn damals unterstützt, zur SpVgg Vreden zu gehen. Wir sind im Gespräch geblieben und haben uns jetzt noch einmal zusammengesetzt. Für Frank war der Wechsel zu einem anderen Verein nie eine Option.

Was haben Sie sich mit ihrer Mannschaft für die Rückrunde nach der Winterpause vorgenommen?

Wir wollen auf jeden Fall weiter offensiv Fußball spielen, dazu stehe ich. Wir müssen uns aber auch in allen Bereichen auf dem Platz weiter verbessern, um deutlich mehr Punkte zu holen als in diesem Halbjahr.

Welchen Tabellenplatz kann Union Wessum in der laufenden Saison noch erreichen?

Wir möchten am letzten Spieltag einen einstelligen Tabellenplatz einnehmen. Wir haben in der Hinrunde schon etliche Spiele auf Augenhöhe bestritten und nur knapp verloren. Jetzt wollen wir selbst agieren, offensiv auftreten und nicht nur reagieren.

Wer holt in der Spielzeit 2017/18 den Meistertitel in der Kreisliga A1 Ahaus?

Allem Anschein nach hat die Elf des ASC Schöppingen die besten Aussichten. Der ASC verfügt über eine recht stabile Mannschaft. Der Kader ist ausgeglichen und es gab bislang nur wenig Verletzungsprobleme. In den ersten 16 Begegnungen hat sich die Mannschaft zudem kaum einen Ausrutscher geleistet.

Und wer muss am Ende zurück in die Kreisliga B?

Ich gehe im Moment davon aus, dass es am Ende der Serie nur einen einzigen Absteiger in der Spielklasse geben wird. Die SG Coesfeld II wird Mühe haben, den Rückstand von aktuell zwölf Punkten auf den vorletzten Tabellenplatz aufzuholen. Das ist ganz schwer. Union Wessum wird mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Sie haben als Trainer nach einer mehrjährigen Pause wieder einen Posten in der Kreisliga übernommen. Wie sind Sie gerade zu Union Wessum gekommen?

Union Wessum ist einer der wenigen familiären Vereine im Kreis, der zudem auch noch gut geführt wird. Das gesamte Umfeld in Wessum passt, alle stehen zur Union. Wir haben mit der ersten Mannschaft in den Heimspielen immer recht guten Besuch. Auch zu Spielen der Frauen und Mädchen kommen die Wessumer. Dadurch gibt es auch dann den nötigen Rückhalt, wenn es etwas kriselt. So war es der ausdrückliche Wunsch des Vorstands, dass ich und auch Cotrainer Andre Stroetmann in der kommenden Saison für die erste Mannschaft verantwortlich bleiben sollen, obwohl es im Moment sportlich nicht gut läuft und wir unsere Arbeit als Trainer durchaus hinterfragt haben.

In welchem Verein haben Sie selbst Fußball gespielt?

Ich bin in der Jugend des FC Epe mit dem Fußball angefangen. Nach dem Wechsel zu den Senioren habe ich bei den Gronauer Vereinen Vorwärts Epe und SG Gronau Fußball gespielt. Meine Spielposition war immer der Angriff.

Wann haben Sie ihren ersten Trainerposten übernommen?

Da muss ich erst einmal überlegen. Ich war damals gerade 27 Jahre alt geworden. Das ist also schon 20 Jahre her. Damals habe ich die erste Mannschaft von Vorwärts Epe übernommen, die hat in dieser Zeit in der Bezirksliga um Punkte gespielt. In Epe war ich insgesamt fünf Jahre als Trainer tätig.

Wie ging es in den folgenden Jahren weiter?

In meiner zweiten Station Coach als habe ich die erste Mannschaft des SV Heek übernommen. In Heek war ich auch fünf Jahre tätig. Danach habe ich ein Halbjahr lang die Heeker A-Junioren betreut. Als dann aber die erste Mannschaft gegen den Abstieg kämpfen musste, habe ich die Elf noch einmal für ein Halbjahr trainiert.

Und danach war erst einmal Schluss mit dem Fußball?

Ich habe mich damals beruflich ganz neu orientiert. Heute bin ich als pädagogischer Mitarbeiter tätig. Zudem wollten wir unsere Familienplanung weiter vorantreiben. Da gab es keinen Platz und auch keine Zeit mehr für den Fußballsport.

Was sind sportlich Ihre nächsten Ziele?

Ich möchte in erster Linie Spaß mit meinen Spielern haben. Viele Trainer nehmen sich viel zu wichtig. Sportlich will ich in die oberen Regionen der Tabelle.

Anzeige
Anzeige