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Vier Schalker Eier und die Angst vor dem Versagen

Bundesliga-Trainerspiel

SCHWERTE Spieler kaufen, elf Mann auf den Rasen schicken und bei glücklichem Händchen Punkte sammeln - beim Bundesliga-Trainerspiel der Ruhr Nachrichten können Fußball-Begeisterte zeigen, ob sie wirklich Experten sind. Das will auch Thomas Redel aus Schwerte beweisen, der in unserer wöchentlichen Kolumne von seinem Dasein als Online-Trainer berichtet.

von Von Thomas Redel

, 14.04.2010

Was für ein mieses Wochenende, drei Pott-Vereine drei Niederlagen - Dortmund 0:1, Schalke 2:4, Bochum 1:2. In Schalke passiert wahrscheinlich das Gleiche wie in allen Jahren davor als sie oben mitgespielt haben, die pure Angst vor dem Versagen. Um das noch einmal klarzustellen, hätte vor der Saison jemand gesagt, dass die Blauen am 30. Spieltag auf Platz zwei stehen würden, ich hätte sie schön ausgelacht. Die haben bis jetzt eine tolle Saison gespielt keine Frage, aber die Leistung in Hannover war ja wohl Grotte. Die beste Abwehr der Liga lässt sich vom Drittletzten vier Eier reinhauen. Ein Witz, die hatten bis jetzt erst 30 Tore geschossen. Wenn der Ausfall von Bordon der Hauptgrund war, dann würde ich ihm am besten einen Fünf-Jahresvertrag geben. Das sich auch noch Deutschlands bester Keeper selbst ein Ei ins Nest gelegt hat, ist umso erschreckender.

Was mich am meisten aufgeregt hat: Da kommen die Blauen nach 0:2 zur Halbzeit aus der Pause, machen innerhalb von sechs Minuten den Ausgleich und schalten anschließend wieder zwei Gänge runter. Das muss man ausnutzen und Vollgas geben. Da sind sie wieder – Olli Kahns „Eier brauchen wir“. Stimmt. Und wehe ein Borusse lacht jetzt. Das Spiel des BVB in Mainz war schon Schmerzgrenze. Ein aggressives Team aus Mainz hatte die Dortmunder größtenteils unter Kontrolle, trotz eines Ballbesitzes von 70 Prozent für die Borussia. Das erinnerte mich an Großwallstadt gegen Gummersbach – immer schön um den Kreis herum. Und dann diese Abspielfehler, im Minutentakt spielte Gelb zu Rot und Rot zu Gelb. Einzig die Torchance von Barrios nach 20 Minuten wäre ein Tor wert gewesen. Aber der Müller im 05‘ Tor hat den super gehalten. Was wäre gewesen wenn..., ja, ja - hätte, wenn und aber. Man wurde das Gefühl nicht los, dass die Dortmunder gedacht haben, irgendwie im Laufe des Spiels wird es von alleine gehen.

Mich würde ja mal der Blutdruck vom Großkreutz interessieren, wenn der den gegnerischen Strafraum betritt. Wie oft der frei steht, ist schon imposant. Wie er dann aber in den meisten Fällen die Situation löst, ist schon erschreckend. Die Nachricht der Woche ist die Meldung, dass sich Leverkusen den Begriff „Vizekusen“ hat patentieren lassen. Das ist genial. Bevor andere mich auslachen, lach´ ich lieber über mich selbst. Ich hätte da eine Idee für die Königsblauen – aber lassen wir das. Und noch was zum Schluss: Rudi Völler ist 50 geworden. Herzlichen Glückwunsch, Tante Käthe.

Thomas Redel ist ehemaliger Trainer der Zweitvertretung des Geisecker SV und Pressesprecher des Tennisclubs Rot-Weiß Schwerte, für den er auch bei den Herren 40 spielt. Redel nimmt am Bundesliga-Trainerspiel der Ruhr Nachrichten teil und schreibt in einer regelmäßigen Kolumne über den Stand der Dinge.