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Viereinhalb Jahre für Amokfahrer

HAGEN Im Prozess um einen Horrorunfall auf der Autobahn 45 bei Siegen ist ein Autofahrer (43) am Mittwoch wegen sechsfachen versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte im Oktober 2005 bei Tempo 145 plötzlich das Lenkrad seines Autos herumgerissen. Er kollidierte mit einem Kleinlaster, der auf die Gegenfahrbahn schleuderte.

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Bei dem Unfall waren mehrere Personen schwer verletzt worden. Laut Urteil nahm der 43-Jährige damals zumindest in Kauf, dass sowohl seine neben ihm sitzende Ehefrau als auch weitere Personen sterben könnten. Einen gezielten Mordversuch an seiner Ehefrau, wie ursprünglich angeklagt, konnten die Richter nicht feststellen. Der Unfall auf der Autobahn war der dramatische Höhepunkt eines schwierigen Trennungsstreits. Unmittelbar zuvor hatte der Autofahrer mit seiner Ehefrau eine erneute Aussprache gesucht. Das Treffen in seinem Auto verlief für den 43-Jährigen nach eigenen Angaben jedoch nicht zufriedenstellend. Im Prozess vor dem Hagener Schwurgericht sprach der Angeklagte von einem Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit. Die Fahrt auf der A 45 habe er anschließend wie im Traum erlebt. Er habe jedoch nie vorgehabt, seiner Frau etwas Böses zu tun. Wenn überhaupt, dann habe er sich damals selbst umbringen wollen. Richter Frank Schreiber sprach in der Urteilsbegründung von einem „verhängnisvollen Fahrmanöver“. Es sei reines Glück, dass damals nicht noch viel mehr passiert ist. Mindestens eines der Opfer wird jedoch seine Leben lang mit Einschränkungen leben müssen. Der Lkw- Fahrer erlitt eine Wirbelsäulen-Fraktur. Außerdem wurde eine Sehne der rechten Hand durchtrennt, die er nun nicht mehr bewegen kann. Die Staatsanwaltschaft hatte den 43-jährigen Audifahrer ursprünglich wegen versuchten Mordes angeklagt. Eine bereits vor rund einem Jahr ausgesprochene Verurteilung zu fünf Jahren Haft war vom Bundesgerichtshof jedoch aufgehoben worden, weil die Richter das schriftliche Urteil nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Frist verfasst hatten. Das Strafverfahren musste deshalb noch einmal ganz neu aufgerollt werden.

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