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Von zarten Ballstreichlern und harten Pike-Tretern

LÜNEN Was ist Futsal? Futsal ist zwar eine Art Fußball, aber Futsal ist Futsal, und Fußball ist etwas anderes. Schneller, technischer, dynamischer. In Lünen ist am Wochenende der erste Westfalenpokalsieger gekürt worden - Futsal Barcelona Herford. Wir haben Hallenluft geschnuppert und haben den Sport unter die Lupe genommen.

von Von Tobias Weckenbrock

, 10.12.2007

Schnell, technisch, dynamisch, spannend. Das sind die Prädikate, die man dem Treiben auf dem Hallenboden in Lünen-Süd am Samstagmorgen verpassen kann. Die Jungs in Rot, sie sind aus Herford nach Lünen angereist, streicheln den Ball mit den Füßen. Die in Blau, das sind die von Atletico Lünen. Und die haben es schwer.

Den Herfordern gehorcht der Ball, was immer sie vorhaben. Jedes Tor gegen Atletico spricht für sich. Zwei Kostproben: Es steht 0:2 aus Lüner Sicht. Am Eck des Spielfeldes stehen sich zwei Kicker gegenüber. Der Herforder mit Ball am Fuß und auf dem Weg Richtung Tor; der Lüner darauf bedacht, ihm die Kugel zu klauen.

Der flinke Herforder täuscht per Übersteiger an, rechts vorbeizuziehen, flutscht aber links durch. Leicht und locker. Die Augen aufs Tor, schiebt er den Ball von der Torauslinie zum kurzen Pfosten. Da steht ein anderer, hält den Fuß hin - 3:0. So einfach. So filigran.

Die andere Szene spielt sich kurz vor Schluss der 18-minütigen Spielzeit ab. Futsal Barcelona Herford, so nennen sich die Roten, führt 5:1 und hat Strafstoß, weil Atletico-Torwart Matthias Geburtig gefoult hat.

Tor gezaubert, nicht geschossen

Der Schütze läuft an, zieht aber nicht einfach ab, sondern nimmt während des Anlaufs die Beine über kreuz und schießt mit links statt mit rechts. Tor. 6:1. Nicht geschossen, gezaubert.

Zum Zaubern lädt Futsal ein. Futsal - ein Kunstwort, das aus dem Portugiesischen stammt und eine Zusammensetzung aus "Futebol" (Fußball) und "de Salão" (in der Halle) ist. Hallenfußball. Aber dieses Futsal ist nicht der Typus Hallenfußball, wie man ihn aus dem deutschen Winter kennt. Man spielt es mit einem kleineren Ball - Größe vier statt der üblichen Größe fünf. Er ist zugleich schwerer und springt wenig.

Sie streicheln den Ball mit ihren Füßen - an diesem Samstag vor allem das Team von Barcelona Herford. Sie treiben ihn nicht mit dem Innenrist voran, sondern ziehen ihn unter der Fußsohle mit. Lernt der Jungendfußballer noch, den Vollspann zum Schuss zu nehmen, schießen sie hier nicht selten mit der Pike.

"Die Ballkontrolle ist viel höher. Dieser Ball bietet optimale Bedingungen für Dribblings", sagt Wayne Oldenbürger. Er ist einer der Lüner, die sich gegen Herford so haben auseinander nehmen lassen.

Dem 18-Jährigen gelang das Ehrentor für Atletico. Wayne kommt aus Wethmar, spielt in der A-Jugend des Teuto/SuS Waltrop. Als Torwart.

Er will nach oben kommen. "Das ist beim Futsal einfacher als im Fußball", sagt er. Sein Ziel: "Ich will gerne beim UFC Münster spielen." Bei Deutschlands vielleicht bestem Futsalclub.

  

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