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Vor dem Feuerwerk im Ziel

Legden Durch ein Spalier von funkensprühenden Wunderkerzen überquert Ulla Kleideiter die Ziellinie: Nach 14:16:52 Stunden beendet die Legdenerin ihren ersten Lang-Triathlon. Adrenalin schießt der 45-Jährigen durch den Körper - vergessen sind erst einmal die Strapazen nach 3,8 Kilometer Schwimmen in der Ostsee, der 180-Kilometer-Radtour und dem abschließenden Marathonlauf.

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Die Uhr in der Ostsee-Gemeinde Glücksburg zeigt 21.15 Uhr, als Ulla Kleideiter (Foto) die Ziellinie passiert - Wunderkerzen werden angezündet, als sich der Hochsommer-Tag dem Ende zuneigt. Eine Stunde später wird ein großes Feuerwerk die sechste Auflage bei Schleswig-Holsteins größtem Triathlonspektakel nach dem letzten Finisher abrunden.

Da aber hat sich Ulla Kleideiter schon längst "frisch gemacht" und lässt in ihren Gedanken noch einmal den 14-Stunden-Triathlontag Revue passieren. Um 7 Uhr geht es bereits zusammen mit rund 440 Konkurrenten in die 17 Grad kühle Ostseewellen - 1:35 Stunden später erreicht sie das Ufer und wechselt auf das Rennrad.

Auf der sechs Mal zu durchfahrenden Rundstrecke von jeweils 30 Kilometern werden die Nerven der Legdener Athletin strapaziert. In der dritten Runde erzwingt eine Glasscherbe einen Zwangs-Stopp: "Selbst ist die Frau" - der neue Schlauch wird eigenhändig eingezogen, beim Aufpumpen hilft ein Zaungast - und zerstört dabei das Ventil. Das aber fällt ihr erst nach etlichen Metern auf, als dem Reifen erneut die Luft ausgeht.

Ein Feuerwehrmann ruft den Streckenservice für die fällige Reparatur - nach gut einer Stunde geht es dann endlich weiter. Und zwar mit Polizei-Eskorte: Längst hat die gesamte Konkurrenz bereits auf die Marathonstrecke gewechselt, als Ulla Kleideiter die letzten Kilometer herunterspult.

"Meinen ersten langen Triathlon mit einer Reifenpanne beenden - das wollte mir einfach nicht in den Kopf", gesteht die Athletin und schnürt ihre Laufschuhe. Schnell kommt die ambitionierte Langstrecklerin in ihrer Spezialdisziplin (Bestzeit: 3:57 Stunden) in Tritt. Auf der Vierfach-Runde erspäht sie plötzlich John Witt vor sich, den Bürgermeister von Glücksburg und Förderer und Schirmherrn des "OstseeMan": Seit sechs Jahren versucht der 51-Jährige bereits, die 14-Stunden-Zeit zu knacken. Ulla Kleideiter spurtet an Witt vorbei - Wunderkerzen weisen ihr den Weg ins Ziel.

Als "Spät-Einsteigerin" bezeichnet sich die Legdener Athletin selbst: "Erst 2001 habe ich mit dem Laufen beim SuS-Lauftreff begonnen." Ein gutes Jahr später absolvierte sie aber in Greven schon ihren ersten Halb-Marathonlauf - ein weiteres Jahr später folgte in Münster der erste Auftritt über die 42,195-Kilometer-Distanz (4:20 Stunden).

Nahezu zeitgleich erwachte das Interesse für den Triathlon-Sport: "Ich musste aber erst einmal das Kraulschwimmen erlernen", schmunzelt sie.

Auch fand sie sich in der Coesfelder DJK-Triathlonabteilung schnell auf dem Rennrad zurecht. In Roth schnupperte sie als Läuferin in einer DJK-Staffel einen ersten Triathlon-Wettbewerb hinein - am Sonntag nun folgte ihr erstes "Solo" auf der Ironman-Distanz.

Und das endete am späten Abend auf dem Siegerpodest: Als älteste Teilnehmerin sicherte sie sich gleich den Altersklassensieg. Am Montag kehrte Ulla Kleideiter in die Legdener Königstraße zurück: Freunde, Bekannte und Verwandte ließen die erste Legdener "Iron-woman" bei ihrer Ankunft zuhause hoch leben. bml

www.ostseeman.de

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