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Anwohner scheitert mit seinem Bürgerantrag

Neue Kita könnte Verkehrschaos verursachen

Autos, Radfahrer, Busse und Taxis sind jeden Morgen an der Felicitasschule unterwegs. Nach den Sommerferien könnte sich die Situation noch verschärfen.

Vreden

, 21.03.2018
Anwohner scheitert mit seinem Bürgerantrag

Eine Wendemöglichkeit wie an der Felicitasschule hält Herbert Schmitt auch an der neuen Kindertagesstätte wenige Meter weiter für sinnvoll. © Victoria Thünte

Wenn Herbert Schmitt morgens in seinem Wintergarten Kaffee trinkt, schaut er zurzeit durch die kahle Hecke genau auf die Baustelle für die neue Kindertagesstätte am Berkelsee. Der Anblick stört ihn auch gar nicht, er hat ein anderes Problem. Er befürchtet, dass sich die Verkehrssituation in der Straße „Am Berkelsee“ weiter verschlechtern wird. „Es ist schon jetzt mitunter wirklich chaotisch“, sagt der Rentner.

In der Sackgasse liegt nämlich die Felicitasschule. Viele der Förderschüler kommen nicht aus Vreden, Busse und Taxis sammeln sie morgens ein und bringen sie zur Schule. Dazu kommen Anwohner, die zur Arbeit fahren, radfahrende Kinder auf dem Weg zum Schulzentrum und Mitarbeiter, die einen Parkplatz suchen. „Die parken schon jetzt auf den Seitenstreifen, weil Parkplätze fehlen. Dadurch wird die Verkehrssituation sehr unübersichtlich“, sagt Herbert Schmitt. Auch Hildegard Höltermann, die an der Felicitasschule arbeitet, findet die Situation chaotisch: „Wenn dann auch noch die Turnhalle genutzt wird, sind es noch mehr Autos.“

Parkplätze für Mitarbeiter

Herbert Schmitt befürchtet, dass es ein Verkehrschaos geben könnte, wenn die neue Kita nach den Sommerferien öffnet. „Die Eltern müssen ihre Kinder ja reinbringen. Wo sollen die denn alle parken?“ Der Kreis Borken hat ausgerechnet, dass für die Kita fünf Parkplätze benötigt werden. Nach Gesprächen mit der Stadt wurde die Zahl auf elf erhöht. Vier Gruppen sind in der neuen Kita geplant. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) teilt als Träger auf Nachfrage mit, dass man nicht genau sagen könnte, wie viele Kinder dort untergebracht werden. Die Gruppengröße sei nämlich in jedem Jahr unterschiedlich. Zu Beginn werden es circa 60 Kinder sein, es könnten aber in Folgejahren auch mal bis zu 80 sein.

Doch für die Eltern, die ihre Kinder vorbeibringen, sind die Parkplätze nicht gedacht. Die sind für die Mitarbeiter. Für jede Gruppe können nach Angaben des DRK mindestens zwei Betreuer eingeplant werden, plus Köchin, plus Leitung, plus Integrationsbeauftragte. Viele davon kommen aber mit dem Fahrrad. „Elf Parkplätze werden sicher nicht ausreichen, um den Verkehr morgens zu händeln. Aber auf der anderen Seite: Welche Kita hat schon elf Parkplätze? Das ist schon Luxus“, teilt das DRK mit.

Großzügige Wendemöglichkeit gefordert

Seine Bedenken hat Herbert Schmitt in einem Bürgerantrag an die Stadt ausführlich beschrieben. Er möchte nicht den Bau der Kita verhindern, der ehemalige Lehrer freut sich auf den Kinderlärm. Auch Angst vor einer Wertminderung seines Grundstücks hat er nicht. Er möchte, dass die Stadt die Verkehrssituation entschärft, bevor die Probleme überhaupt entstehen – durch mehr Parkplätze oder eine großzügige Wendemöglichkeit.

Der Antrag wurde vom Bauausschuss jedoch abgelehnt. Die Politiker sehen zurzeit keinen Handlungsbedarf und wollen erst einmal die Eröffnung der Kita abwarten. „Die Straße wird derzeit extrem wenig genutzt, mit der Kita kommen wir auf eine normale Nutzung“, sagt Joachim Hartmann vom Bauamt am Mittwoch. Er sagt aber auch: „Wenn wir später feststellen, dass es doch Probleme gibt, haben wir genug Fläche zur Verfügung, um tätig zu werden.“

Gegen die Baugenehmigung des Kreises Borken hat ein anderer Anwohner Klage eingereicht. Eine Begründung liegt dem Kreis noch nicht vor.

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