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Bewegender Abschied von der Marienkirche

Letzter Gottesdienst

Mit einem emotionalen letzten Gottesdienst und einer beeindruckenden Prozession im Anschluss daran nahmen am Sonntagabend annähernd 1000 Menschen aus ganz Vreden nach 55 Jahren Abschied von der Marienkirche als liturgischem Raum.

VREDEN

von von Tim Slaba

, 21.11.2011

Dechant Guido Wachtel begrüßte in der mehr als voll besetzten Marienkirche vor allem die trauernden „Marienkinder“, die Vertreter der Gruppen, Vereine und Verbände der ehemaligen Mariengemeinde, die Vertreter des Rates und der Verwaltung der Widukindstadt sowie zahlreiche ehemals in St. Marien tätigen hauptamtlichen Seelsorger. Darüber hinaus hieß er Weihbischof Christoph Hegge sowie Kreisdechant Josef Leenders willkommen. Weihbischof Hegge erklärte, er denke mit Hochachtung an die vielen Menschen, die für den Bau und den Unterhalt der Marienkirche Arbeitskraft, Geld- und Sachspenden geleistet hätten. „Ich verneige mich vor all denen, die rund um St. Marien bis zuletzt das kirchliche Leben hochgehalten und vom vergangenen Jahr bis heute den Abschied und Übergang mitgestaltet haben“, dankte Weihbischof Hegge.

Er erinnerte an den ersten Münsteraner Nachkriegsbischof Michael Keller, der aus der „prophetischen“ Sorge um die schwindende Bedeutung von Glauben und Kirche innerhalb seines 14jährigen Pontifikats 165 Kirchen im Bistum Münster neu erbauen ließ. „War seine Mühe aus heutiger Sicht vergeblich? War es falsch?“ fragte Hegge kritisch, widersprach aber mit dem Verweis, dass die Marienkirche mehr als 50 Jahre lang den Gläubigen eine gute liturgische Heimat gewesen sei. Die Kirche als Volk Gottes befinde sich in einem historisch „dramatischen Augenblick“, erklärte der Weihbischof und fragte: „Wird es uns gelingen, den Glauben an die zukünftige Generation weiterzugeben?“ Im Anschluss an die Eucharistiefeier verlas Weihbischof Hegge die von Bischof Felix Genn unterzeichnete Profanierungsurkunde. Unter dem Motto „Abschied-Aufbruch-Neubeginn“ führte Dechant Wachtel in den „Über-Gang“ zur Georgskirche ein und forderte auf, nicht in der Trauer zu verharren, sondern aktiv mit hinüberzugehen. Neben dem Allerheiligsten und dem ewigen Licht wurden viele Gegenstände mitgenommen, die nun in St. Georg weiter Verwendung finden werden, so etwa Lektionare und Evangeliar, Kelche, Schalen, Taufgerät, Schellen, Gotteslobe, die Osterkerze, die Patronatsstatue, die Patronatsikone, eine Kreuzwegstation aber auch die Tauftropfen und die Gedenkkreuze für die Verstorbenen.

In einer großen Prozession, musikalisch unterstützt durch den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr, machten sich die Gläubigen auf den Fußweg zur Georgskirche. Vom Bussmannschen Kreuz zum Marktplatz schlossen sich viele Gemeindemitglieder an und symbolisierten so Weggemeinschaft und Solidarität. In der Georgskirche spendete Weihbischof Hegge den eucharistischen Schluss-Segen. Den „Marienkindern“ rief er zu: „Seien Sie hier herzlich willkommen! Von nun an sind Sie hier zu Hause!“

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