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Blinde Zerstörungswut bringt Schafe in Gefahr

Vandalismus

Unbekannte Täter haben versucht, das Tor eine Schafweide in der Nähe des Zwillbrocker Venns zu öffnen. Dabei haben sie den Tieren bei den heißen Temperaturen die einzige Wasserquelle weggenommen.

Vreden/Zwillbrock

, 12.07.2018
Blinde Zerstörungswut bringt Schafe in Gefahr

Eine kleine Herde von Schafen – ähnlich wie diese in Selm – war auf einer Weide in der Nähe des Zwillbrocker Venns untergebracht. Nach der Zerstörung des Zauns durch Unbekannte sind sie jetzt im Stall. © Jan Hüttemann

Um 10 Uhr am Montagmorgen war auf der Weide in der Nähe des Zwillbrocker Venns noch alles in Ordnung. Die neun Schafe grasten auf der Wiese, tranken aus den riesigen Wasserkübeln oder futterten das bereitgelegte Heu. Doch nur wenige Stunden später erwartete die Schafhalter, die anonym bleiben möchten, eine böse Überraschung. „Jemand hat mit viel Gewalt versucht, das Tor zur Weide zu öffnen“, erzählt ein Mitglied der Familie am Donnerstag im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. Der 25-Jährige beschreibt die Situation vor Ort so: Weil das Tor zur Weide schon länger nicht ganz dicht geschlossen werden konnte, hat die Familie dort ein Gitter zur Verstärkung angebracht. „Es war an beiden Seiten mit Bändern festgemacht. Zusätzlich haben wir einen Draht drumgewickelt und in der Mitte einen Pfosten in den Boden gerammt.“ Die unbekannten Täter haben nach seinen Angaben die Bänder durchgeschnitten und versucht, das Gitter zu entfernen. „Das war aber wohl nicht so einfach, weil da ja noch die Drähte und der Pfosten waren“, erzählt der Vredener. „Es war alles verbogen. Da hat jemand ziemlich lange und mit viel Gewalt versucht, das Tor zu öffnen.“

Familie im Urlaub

Bei den Versuchen wurden die beiden Wasserkübel, die hinter dem Tor standen, umgestoßen, sodass sie Schafe nichts mehr zu trinken hatten. Außerdem war das Tor nicht mehr dicht, sodass die Schafe theoretisch hätten weglaufen können. Da die Weide direkt an einer Straße und einer beliebten Strecke für Rennradfahrer liegt, hätte das sehr gefährlich für die Tiere werden können, meint der Tierhalter. „Zum Glück ist aber nichts passiert, weil wir an den heißen Tagen mehrmals am Tag dorthin gefahren sind, zum Nachschauen.“ Der Großvater hatte den Vandalismus am Montagmittag entdeckt und die Familie informiert, die im Urlaub war.

Täterverhalten ein Rätsel

Was genau die Täter vorhatten, ist den Schafhaltern ein Rätseln. „Ich weiß nicht, ob sie die Tiere einfach klauen wollten oder ob sie sie vielleicht freilassen wollten, weil sie dachten, dass sie nicht genug zu essen haben auf der Weide“, meint der Vredener. Dass die Schafe zusätzlich mit Heu gefüttert werden, sei von der Straße aus nämlich nicht zu sehen gewesen. „Das Heu liegt im hinteren Teil der Weide, wo sie in den Wald übergeht.“ Anzeige hat die Familie nicht erstattet, schließlich sei den Tieren ja nichts passiert. Aus Angst, dass so etwas noch einmal geschehen könnte, stehen die Tiere jetzt jedoch nicht mehr auf der Weide in Zwillbrock. „Wir haben sie jetzt zu uns in den Stall geholt“, sagt der 25-Jährige.