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"Erhöhungen kommen nicht an"

Vreden Die wirtschaftliche Lage und die Entwicklung der Landwirtschaft waren zentrales Thema der Versammlung der Ammeloer Landwirte am Donnerstag in der Gastwirtschaft Oldenkott, zu der Vorsitzender Martin Rensing trotz drohenden Glatteises die meisten Mitglieder des Ortsverbandes begrüßen konnte.

08.01.2008

Ludger Schulze Beiering, stellvertretender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Borken, stellte fest, dass das vergangene Jahr "durch die rasant gestiegenen Rohstoffpreise und teurer gewordenes Futter" geprägt gewesen sei. Die Kosten hätten durch Verbesserung der Erzeugerpreise einigermaßen ausgeglichen werden können. Die Erzeugerpreise seien aber nicht annähernd so stark angestiegen wie die Verbraucherpreise. Von dem, was der Verbraucher für Nahrungsmittel mehr zahlen müsse, "kommt bei den Landwirten nur wenig an". So liege der Anteil der Getreidekosten bei einem Brot unter fünf Prozent. Die Verteuerung des Getreides hätte sich nur im Cent-Bereich auswirken können. Sogar das Schweinefleisch sei teurer geworden, obwohl die Erzeugerpreise gesunken seien.

Pachtzinsen

Die örtlichen Landwirte würden immer stärker belastet durch steigende Pachtzinsen. Wer sein Einkommen aus der Viehhaltung erwirtschafte, müsse eine nach dem Umfang der Viehhaltung berechnete Fläche bewirtschaften und Art und Weise der Bewirtschaftung nachweisen.

Wie geht es am Markt für Agrarprodukte weiter? Zu diesem Thema referierten Andreas Hemker (Landwirtschaftlicher Kreisverband) und ergänzend Josef Ossege (Landwirtschaftskammer Borken). Die wachsende Bevölkerung in den Entwicklungs- und Schwellenländern, Wirtschaftswachstum (steigenden Kaufkraft) und wachsende Urbanisierung einerseits, die weiter zunehmende energetische Verwertung der Agrarprodukte andererseits erhöhten die Nachfrage.

Neue Strukturen

Auf den Weltmärkten "werden neue Spieler die Welthandelsstrukturen verändern". Auch werde der Abbau von Zöllen, Beihilfen und Erstattungen die gehandelten Mengen erhöhen, der fortschreitende Klimawandel eine Schwankung der Erträge zur Folge haben. Die Landwirte und deren Marktpartner, etwa Genossenschaften, müssten sich sowohl hinsichtlich der weltweit erzeugten Agrarprodukte als auch deren Preise mit ihrem Risikomanagement auf schwankende Märkte einstellen. Energie- und Nahrungsmittelerzeugung würden eine wachsende "Flächenkonkurrenz" zur Folge haben.

Über steuerliche Fragen des landwirtschaftlichen Erbrechts informierte an diesem Abend schließlich noch Werner Terbeck die Ammeloer Landwirte. sp

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