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Glücklich - und gesund?

Vreden "Möchtest Du da 'raus?" - Gertrud Gerling wendet den Blick vom Korb zu den Kindern. "Ruft ihn doch mal!" Da lassen sich die Viertklässler der St. Marien-Schule nicht bitten: "Klaaarooo!" schallt es fast ohrenbetäubend durch den Klassenraum.

09.10.2007

Die kleine Figur begleitet sie jetzt schon seit der ersten Klasse durch die Schulzeit - immer dann, wenn es ganz speziell um Gesundheitsthemen geht. Heute darf Sarah einen Platz für "Klaro" suchen. Oben aufs Regal kommt er. "Schön", lobt Gesundheitsbegleiterin Gertrud Gerling, "so hat er einen guten Blick darauf, was wir gleich machen." Gespannt und fröhlich warten die Kinder ab. "Klasse 2000", ein Programm zur Gesundheitsförderung und Suchtvorbeugung für Grundschüler, hat ihnen in den vergangenen Jahren offensichtlich Spaß gemacht.

Und auch an diesem Dienstagvormittag sind sie mit Feuereifer bei der Sache. Im vierten Jahr des Programms soll den Grundschülern ein kritischer Blick auf Tabak und Alkohol und auf die Werbung für diese "Genussmittel" vermittelt werden. Gertrud Gerling verteilt Fotos: Eine Frau, die ein Getränke genießt, eine fröhliche Familie, zwei Jugendliche beim Sprung zum Basketballkorb... Die Kinder dürfen in kleinen Arbeitsgruppen notieren, was ihnen zu den Fotos einfällt. Glücklich, fröhlich, sportlich, verliebt, cool, schönes Wetter - bei der Vorstellung merken sie, dass diese Begriffe fast auf alle Fotos zutreffen.

"Werbemanagerin"

Gerling ist plötzlich nicht mehr Gesundheitsberaterin - Werbemanagerin ist sie jetzt und möchte Geld verdienen mit Schokoriegeln, Zigaretten oder Energy-Drinks. Sie verbindet das Produkt mit dem Foto der Basketballer. "Der bringt Dich in Schwung", heißt es zum Schokoriegel. "Und, stimmt das auch?" fragt Gerling - jetzt als Gesundheitsberaterin. "Neee" - sind sich alle einig. Zuviel Schokolade, das sei doch ungesund. Und im Energy-Drink sei auch viel zu viel Zucker. Mit sportlich sein habe das nicht wirklich viel zu tun, fasst Gerling zusammen. "Das sind Tricks", betont sie.

Ihr Ziel ist, dass die Kinder den Mechanismus entdecken, der in der Werbung verwendet wird. Und weil nicht die Produkte aus der Werbung glücklich machen sondern vieles andere, schreiben die Kinder anschließend auf, was sie brauchen, um glücklich zu sein. ewa

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