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Guten Morgen, Herr Rufus!

Vreden "Hi Rufus! Hallo, Frau Gehling!" Wer im Zentrum der Beachtung steht, ist klar, wenn die Kinder der Klasse 4b morgens nach und nach zum Unterricht eintrudeln: Rufus, der Hund. Ihr "Klassenhund".

31.08.2007

Bei der offiziellen Begrüßung heißt es dann "Guten Morgen, Frau Gehling! Guten Morgen, Herr Rufus!" - Klassenlehrerin Ute Gehling schmunzelt: "Das ist ganz schnell zum Ritual geworden." Danach, das wissen die 14 Jungen und Mädchen der 4b, möchte Rufus seine Ruhe haben und zieht sich in seinen Korb am Fenster, schräg neben dem Lehrerpult zurück. Leise sein heißt es dann, um "ihren Hund" nicht zu stören. Gleichzeitig unterstützt die Ruhe die Kinder bei ihrer Konzentrationsfähigkeit - eines der Ziele, die die St. Felicitas-Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, Emotionale und Soziale Entwicklung mit dem Projekt erreichen möchte.

Kein Therapiehund

Seit Beginn des Schuljahrs hat die 4b Verstärkung bekommen durch Rufus: eine Bordeaux-Dogge, ein halbes Jahr alt. Er soll die Klasse begleiten, den Kindern dabei helfen, bestimmte Förderziele - besonders im emotionalen Bereich - zu erreichen. "Rufus ist kein Therapie-, aber auch kein Spielhund", ordnet Sonderpädagogin Ute Gehling Rufus' Funktion ein. Nach drei Wochen mit Rufus fällt die Zwischenbilanz begeisternd aus: "Dass es so schnell und so gut klappt, davon bin ich überrascht", freut sich die Sonderpädagogin. Es ist ruhiger in der Klasse. Das "Wir-Gefühl" und das Selbstbewusstsein der 4b - sie sind schließlich die einzige mit einem eigenen Hund - sind gewachsen, die Viertklässler sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und Rücksicht zu üben.

So heißt der "Rufus-Dienst" zwar Dienst, ist aber bei den Kindern äußerst beliebt und wird auch als Belohnung eingesetzt. Jeweils eine Woche lang kümmern sich zwei Kinder um frisches Wasser für den Hund, die Decke wird bei Bedarf in den Korb zurückgelegt - Aufgaben, die die Schüler gern übernehmen.

Ein neuer Freund

"Rufus ist sogar gut für die Leseförderung" hat Ute Gehling festgestellt. Manchmal, in ruhigen Momenten der Zweisamkeit, lesen ihm die Kinder nämlich etwas vor. Oder sie erzählen ihm etwas, was sie erlebt haben, aber auch, was sie bedrückt oder worüber sie sich freuen. Der Hund ist ihr Freund geworden. ewa

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