Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Investor plant nach Öffentlichkeitsbeteiligung um

Acht Kritiker am Bauvorhaben am Markt in Vreden

Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für das Bauvorhaben am Markt in Vreden ist abgeschlossen. Acht Stellungnahmen sind bei der Stadt eingegangen. Jetzt wird umgeplant.

Vreden

, 07.06.2018
Investor plant nach Öffentlichkeitsbeteiligung um

Das ehemalige Brauhaus – hier vom Domhof aus gesehen – wird abgerissen. Die Pläne für den Neubau überarbeitet der Investor nun nach acht Stellungnahmen bei der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung. © Bernd Schlusemann

Das Bauvorhaben am Markt auf dem Grundstück des ehemaligen Brauhauses wurde in den sozialen Netzwerken stark diskutiert. Mit ihren Argumenten offiziell an die Stadt gewandt haben sich aber nur acht Personen. So viele Stellungnahmen sind im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Stadt eingegangen, heißt es in der Vorlage zur nächsten Sitzung des Bauausschusses am 12. Juni. Öffentlich einsehbar sind die Einwände noch nicht. „Wir veröffentlichen die Stellungnahmen gesammelt voraussichtlich im Juli zur übernächsten Sitzung des Bauausschusses“, sagt Fachbereichsleiter Joachim Hartmann. Jetzt stehe das Thema lediglich zur Kenntnisnahme, dass die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen sei, auf der Tagesordnung.

Die Stellungnahmen von drei Gegnern des Bauvorhabens, wie es derzeit geplant ist, liegen der Münsterland Zeitung vor. Ein Eigentümer mehrerer Gebäude in der Innenstadt wundert sich in seinem Schreiben darüber, dass der Investor laut der veröffentlichten Pläne insgesamt rund 787,7 Quadratmeter bebauen möchte. Das Grundstück am Markt 1 ist aber nur 710 Quadratmeter groß. Den Zeichnungen ist zu entnehmen, dass der Platz vor dem ehemaligen Brauhaus überbaut werden soll. Diese Fläche gehört derzeit noch der Stadt.

„Brutale Massivität nimmt gar keine Rücksicht“

„Das stimmt so. Entschieden ist aber noch nichts“, so Joachim Hartmann. Verkauft sei die Fläche noch nicht. Sie sei dem Investor auch nicht versprochen worden. „Am Ende gibt es eine politische Entscheidung für ein Projekt, und dann wird man sehen, ob die Fläche gebraucht wird oder nicht. Und erst dann wird über den Verkauf entschieden“, so Hartmann.

In der Stellungnahme äußert sich der Schreiber sehr emotional zu der Höhe und Gestaltung des Gebäudes: „Die brutale Massivität des geplanten Baus nimmt in gar keiner Weise Rücksicht auf Vorhandenes. Sie zerstört die einheitliche Silhouette des Marktplatzes, die immerhin – mag man sie nun schön oder nicht schön finden – im Zueinander der einzelnen Gebäude stimmig und harmonisch ist.“ Weder die Ansicht vom Markt („vollends unbefriedigend“), noch die von der Wessendorfer Straße („erdrückend“) oder vom Domhof („Hinterhofcharakter“) überzeugen ihn.

Rettungswege, Stellplätze und Sichtachse

Ein weiterer Gegner ist Bernd Mümken. Der gebürtige Vredener lebt inzwischen in Köln. Seine Heimatstadt liegt ihm aber noch sehr am Herzen, zumal er ein Gebäude in direkter Nachbarschaft des ehemaligen Brauhauses besitzt. Seine Stellungnahme liegt der Münsterland Zeitung vor. Er und auch sein Bruder Wilhelm Mümken haben gegen den geplanten vorhabenbezogenen Bebauungsplan Einspruch eingelegt. Ihre Argumente sind sehr ähnlich.

Unter anderem machen sich die Brüder Sorgen um die Rettungswege, die geringe Anzahl der Stellplätze in der Tiefgarage (13 für 16 Eigentumswohnungen plus Gastronomie), die Warenanlieferung für die Gastronomie in der engen Straße An’t Lummert und die Sichtachse von der Wüllener Straße zum Alten Rathaus, die durch den Neubau verdeckt werden würde. Außerdem bemängeln die Brüder, dass die Unterlagen des Investors nicht vollständig seien. Bernd Mümken wünscht sich eine Umweltprüfung, die unter anderem die Lärmbelastung der Gas-tronomie untersucht. Wilhelm Mümken vermisst einen Erschließungsplan zur Versorgung mit Wasser, Entsorgung von Abwasser und Abfällen und Feuerwehrzufahrten.

Investor äußert sich nicht zu Umplanungen

Die eingereichten Stellungnahmen haben offenbar schon etwas bewirkt: „Derzeit erfolgt die Umplanung des Vorhabens durch den Vorhabenträger“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Wie genau diese Umplanung aussieht, wollte Investor Alfons Küpers am Donnerstag auf Anfrage der Münsterland Zeitung nicht erklären.

Die überarbeiteten Pläne sollen in der Sitzung des Fachausschusses am 12. Juli um 18 Uhr vorgestellt werden. Vor der Sitzung im Rathaus wird es voraussichtlich um 17 Uhr einen Ortstermin auf dem Marktplatz geben. Dieser ist öffentlich, interessierte Bürger sind eingeladen.