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Iraner erhält keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung

Kindesmissbrauch

VREDEN/ MÜNSTER Auch nach mehr als zehn Jahren wird ein in Vreden lebender Iraner immer wieder von seiner kriminellen Vergangenheit eingeholt. Vor dem Verwaltungsgericht Münster ist der Mann jetzt mit seinem Wunsch abgeblitzt, eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für Deutschland zu erhalten.

von Von Jörn Hartwich

, 23.04.2010
Iraner erhält keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung

Einer der Gründe für die negative Entscheidung des Richters war die Tatsache, dass der Iraner im Jahr 1999 vom Amtsgericht Ahaus wegen Kindesmissbrauchs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden ist. Die insgesamt 16 Monate hat der Mann zwar inzwischen längst verbüßt, trotzdem sah das Gericht darin einen Hinweis darauf, dass der Iraner in Deutschland keinesfalls fest verwurzelt ist. Auch der Umstand, dass er bis heute keine Arbeit gefunden hat, spricht nach Ansicht der 8. Kammer eine deutliche Sprache. Eine feste Verwurzelung in der neuen Heimat ist jedoch zwingende Voraussetzung für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis.

Die Niederlage vor Gericht hatte aber noch einen weiteren Grund. Der Iraner hatte deshalb um eine Aufenthaltserlaubnis gebeten, weil ihm eine freiwillige Ausreise in seine Heimat seiner Ansicht nach nicht zugemutet werden könne. In Vreden verfüge er nämlich über keinerlei Personalpapiere, behauptete er. Und er habe schlicht und ergreifend zu viel Angst, jetzt bei der Botschaft vorzusprechen, um einen Pass zu beantragen. Auch diese Argumentation hielt das Gericht für nicht plausibel. „Die Kammer hielt es für durchaus zumutbar, dass sich der Kläger ernsthaft um einen Pass oder um einen Passersatz bemüht“, erläuterte Gerichtssprecher Michael Labrenz gegenüber unserer Zeitung.