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Jugend als Partner sehen

Vreden Was können Vereine und Verbände heute tun, um Jugendliche intensiver zu fördern - und enger an sich zu binden?

07.03.2008

Jugend als Partner sehen

Antworten auf diese Frage lieferte Prof. Hans-Peter Brandl-Bredenbeck (Foto), Leiter des Instituts für Schulsport und Schulentwicklung an der Deutschen Sporthochschule in Köln, am Mittwoch im Jugend- und Sportausschuss am Beispiel eines von ihm seit August vergangenen Jahres durchgeführten Modellprojekts bei der SpVgg Vreden.

Denn zwar seien Sportvereine unangefochten die Nummer Eins unter den Jugendorganisationen. Doch existiere ein entscheidendes Problem, dass diese mit anderen Vereinen gemein haben: "Kinder treten zwar heute früher ein. Aber auch der Austritt erfolgt bedeutend eher", erläuterte Brandl-Bredenbeck das Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2002.

Qualität steigern

Um die Jugendlichen stärker an den Verein zu binden, müsse die Qualität des eigenen Angebots gesteigert werden. Dies bedeute auch, die zunehmende Selbstbestimmtheit von jungen Menschen, die Bestandteil der heutigen Gesellschaft ist, stärker zu berücksichtigen. Im Gegenteil sei es heute noch häufig der Fall, dass Vereinsstrukturen und Lebenswelt der Jugendlichen sich konträr gegenüberstünden: "Sind die Strukturen des Sportvereins eher auf Fremdbestimmung angelegt, wollen die jungen Menschen agieren. Hier entsteht Konflikpotenzial", stellte Brandl-Bredenbeck klar.

Lösungsansätze, die dem Modellprojekt "Qualitätsentwicklung in der Jugendarbeit bei der SpVgg Vreden" zugrunde liegen, setzten in vier Bereichen an.

Persönlichkeit fördern

So sollten Zuständigkeiten klarer definiert, Mitarbeiter bei Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen geschult und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt worden. Ein Schwerpunkt liege auf der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen. Die Rechte der Kinder müssten in den Satzungen verankert werden: "Verantwortung sollte an sie delegiert werden, aber falls nötig auch Konsequenzen eingefordert werden."

Ein wichtiges Ziel: Die Qualität der Vereinsarbeit muss Unternehmen sichtbar gemacht werden, um Sponsoren zu gewinnen. Brandl-Bredenbecks Fazit: "Es gibt kein Patentrezept. Wir wollen Wissen vermitteln, das nachhaltig wirken kann." kh

Jugend als Partner sehen

<p>Die jungen Mitglieder der Spvgg Vreden (blau-gelbes Trikot) sollen stärker in das Vereinsleben integriert. So soll bald im Vereinsheim ein eigener Jugendraum entstehen. Archiv</p>

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