Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Jutta von Ahaus wählte einfaches Leben

29.01.2008

Jutta von Ahaus wählte einfaches Leben

<p>Zahlreiche Interessierte hatten sich eingefunden, um Dr. Volker Tschuschkes spannenden Vortrag über Jutta von Ahaus zu hören. Meisel-Kemper</p>

Vreden "Ich wollte mit meinem Vortrag Verständnis und Interesse für das Mittelalter wecken. Geschichte wird schließlich von Menschen gemacht", untermauerte der Historiker Dr. Volker Tschuschke seinen Vortrag in der Gaststätte Bussmann, dem die rund 50 Zuhörer mit großem Interesse gefolgt waren. Das Ziel hat er erreicht.

Im Mittelpunkt des Vortrags, den er auf Einladung des Heimatvereins hielt, stand Jutta von Ahaus, Äbtissin des Stiftes Vreden, aus Anlass ihres 600. Todestages sowie das Verhältnis zwischen den Herren von Ahaus und dem Stift Vreden. Tschuschke zeichnete ein Bild des Stiftes Vreden, das seit der Gründung 839 zum Spielball der damaligen Machtpole wurde.

Erst rund 200 Jahre nach der Gründung der Herrschaft Ahaus schlossen sich engere Bande zwischen Vreden und Ahaus, als Agnes von Steinfurt, Nichte der Vredener Äbtissin Lutgard von Steinfurt, 1332 mit Hermann von Ahaus verheiratet wurde. Aus dieser Ehe ging Jutta von Ahaus hervor, die 1357 im Alter von etwa fünf Jahren ins Vredener Stift gegeben wurde, der "Schule des Adels", so Tschuschke. 1369 füllte sie das Amt der Kellnerschen aus. 1385 war sie bereits Pröbstin, das zweithöchste Amt hinter der Äbtissin. 1393 wurde sie mit Zustimmung aller als Äbtissin inthronisiert. Bei ihrem triumphalen Einzug in Vreden fiel ihr Kutscher vom Bock und kam ums Leben, ein Ereignis, das sie zwei Jahre später abdanken ließ.

Eine Äbtissin aus der eigenen Familie bedeutete Machtzuwachs, Stärkung der Stellung im Reich und weitreichende Beziehungen. Als Jutta die "Brocken hinschmiss", so Tschuschke, muss sie ihre Familie total vor den Kopf gestoßen haben. Jutta ging ins Schwesternhaus nach Deventer.

Bekehrung

Durch ihren Arzt Everhard van Heeckeren bekam sie Kontakt zu Johannes Brinckerinck, der sich um ihre Bekehrung zur Devotio Moderna bemühte - eine Glaubensströmung, welche die Menschen zum einfachen Leben im Sinne Jesu Christi zurückführte. Ihre Familie ließ sie fallen, während sie spinnen lernte, in Kuhställen arbeitete wie eine einfache Magd und anpackte, wo sie nur konnte. Jutta überlebte den Verkauf der Herrschaft Ahaus an den Bischof von Münster 1406 und so das Ende der Familie an diesem Ort. Als Schwester Jutta baute sie das Schwesternhaus St. Agnes in Diepenveen auf. 1408 starb sie als Augustinernonne. emk

Lesen Sie jetzt