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Kirche, Kneipe, Kuhstall

Vreden Da soll eine Kirche gestanden haben? In dieser Sackgasse in Wennewick, direkt an der niederländischen Grenze, weitab vom nächsten Bauernhof?

01.04.2008

Kirche, Kneipe, Kuhstall

<p>Viel Papier hat sich in dem Hofarchiv angesammelt, mit dem Franzis und Georg Michaelis-Niekerk die wechselvolle Geschichte ihres heutigen Bioland-Hofes erforschen können. Albersmann</p>

"Ja", sagt Franzis Michaelis-Niekerk, geborene Temminghoff, "hier wurde tatsächlich im Jahr 1699 eine kleine Holzkirche gebaut." Und warum gerade dort? "Weil dies die kürzeste Strecke für die Haaksbergener aus Holland über die Grenze war. Den Katholiken in den Niederlanden war es in dieser Zeit untersagt, eigene Messen zu halten, und so suchten sie nach Möglichkeiten ihren Gottesdienst durchführen zu können", erklärt ihr Ehemann Georg die Hintergründe.

Es sei sogar in in Erwägung gezogen worden, die aus dem Jahre 1657 stammende Kapelle (jetzt Kirche) in Oldenkott abzubauen und hier wieder zu errichten, ergänzt das Ehepaar Michaelis und zitiert den damaligen Bischof von Münster: "for alle Katholiken ut de Streek, un af dann dat Bethus Winkelhorst (Oldenkott) nit meer gebruikt sall werden".

Dreiländereck

Die Örtlichkeit lag direkt im so genannten "Dreiländereck, wo die holländischen Provinzen "Overijssel", "Gelderland" und "Münsterisches Gebiet" zusammenstoßen. Das Kirchenhaus "Niekarke" wurde bis 1740 genutzt. Die Gläubigen kamen über den "Paapendiek" - heute Peddendiek - genannten Weg zum Gottesdienst. Als die religiöse Intoleranz in den Niederlanden nachließ, hörten die "Grenzgänge" der Katholiken auf.

Beim Neubau der Kirche wurde auch für den Pastor ein Gebäude errichtet und eine Herberge, auch "Café" genannt. Der erstverzeichnete Bewohner war Jan Derksen. Durch Einheirat ging das Eigentum jeweils auf einen Winkelhorst und Anton Temminghoff über. Dessen Sohnes Tochter heiratete 1982 als Hausbraut Georg Michaelis. Um 1800 gab es hier auch eine "Branntweinbrennerei". Vor allem wurde sie von Holländern besucht und war sicherlich auch Ausgangsort für den Schmuggel von billigem "Fusel", erzählen die Michaelis'. Die Schankwirtschaft sei noch bis 1964 betrieben worden.

Hofarchiv geführt

"Seitdem haben wir uns nur noch auf die Landwirtschaft konzentriert und haben heute einen Bioland-Betrieb mit Milchviehhaltung", berichtet Franzis Michaelis. Und wo hat das Ehepar all die Informationen her? "Wir besitzen ein kleines Hofarchiv, in dem die Geschichte aufgezeichnet ist." alb

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