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Klaviermusik erster Klasse

Meisterpianist Popov überzeugt

17.05.2007

Vreden Ein ungewöhnlicher Konzerttermin auf ungewöhnlich hohem Niveau: Der russische Pianist Vitaly Popov gastierte am Dienstagabend in Alten Rathaussaal der Musikschule. Er kam direkt aus seiner Heimat Ryazan - mit Umweg über Gronau, wo er von Konzertmanagerin Xenia Lorenz-Rebers betreut wird. Die lange Reise schien ihm bei den neun Variationen über ein Meneut von Jean Pierre Duport von Wolfgang Amadeus Mozart noch etwas nach zu hängen. Das sonst eher perlende Figurenwerk wirkte eingeengt. Claude Debussys Preludes und dessen befreiende Tonsprache hingegen versteht der Interpret. Und so fegte Popov luftig über die Tastatur. Die impressionistische Malerei gab Debussy den Anreiz zu dieser neuen Musiksprache, anders als der eher durch die romantische Literatur beeinflusste Franz Liszt, von dem Vitaly Popov den Mephisto-Walzer interpretierte. Komplex die Komposition, zeigte Popov kühn und vollgriffig Klaviertechnik erster Klasse. Modest Mussorgskys Schicksal scheint zu sein, dass viele seiner Werke bearbeitet auf die Nachwelt kommen. Der Zyklus «Bilder einer Ausstellung», bei dem Dissonanz neben Dissonanz steht, Spannungen unaufgelöst bleiben, einst festgelegte Musiktheorie-Gesetze gebrochen werden, wird viel häufiger in Maurice Ravels Orchestrierung gespielt als in der ursprünglichen Version für Klavier. Aber anders an diesem Dienstagabend in Vreden. Vitaly Popov eröffnet sein fantastisches Spiel und gewinnt: das Publikum. Hanne Feldhaus-Tenhumberg

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