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Mit Menschlichkeit gegen neue Armut

17.12.2007

Mit Menschlichkeit gegen neue Armut

<p>Dechant Guido Wachtel segnete am Sonntag unter großer öffentlicher Beteiligung die Räume der Tafel und des Kleiderladens ein; links neben ihm Pastor Klaus Noack. Kempkes</p>

Vreden "Ein Drittel der Bevölkerung lebt von der Hand in den Mund. Armut ist nicht mehr nur ein Problem der Großstädte, sondern auch eines im ländlichen Raum." Damit brachte Ute Kappenberg vom Diözesancaritasverband die Bedeutung der Vredener Tafel und des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) bei ihrem Einweihungsfest auf den Punkt.

Am Sonntagmittag startete dies mit der Einsegnung der Räumlichkeiten der Tafel und des Kleiderladens "Klamotte & Co". Dechant Guido Wachtel konnte dazu gemeinsam mit Pastor Klaus Noack sowie den Vereinsvorsitzenden zahlreiche Mitglieder, Helfer, Sponsoren im Laden an der Winterswijker Straße begrüßen. Danach schloss sich ein Festakt an, in dem gesellschaftlichen Probleme ungeschönt zur Sprache kamen.

Die Lage habe sich wegen der Hartz IV-Gesetze enorm verschärft, erläuterte Ute Kappenberg. Der Grund seien gestiegene Miet- und Energiekosten. "Die Probleme fangen an, wenn die Waschmaschine kaputt geht." Demgegenüber stehe aber ein "Boom an ehrenamtlicher Arbeit". Jedoch müsse das Ziel sein, dass der Bedarf abnehme und die Tafel nicht mehr gebraucht würde. Vor der für die Tafelmitarbeiter überraschenden Verleihung des Bürgerpreises mit einem Scheck über 1000 Euro (Münsterland Zeitung berichtete) lobte Bürgermeister und Schirmherr Hermann Pennekamp deren Arbeit. Gleichzeitig sah er in der "neuen Armut einen Grund für große Nachdenklichkeit." Die sozialen Problemlagen würden nicht geringer. So gebe es einen steigenden Bedarf an karitativer Arbeit. Für die musikalische Untermalung und vorweihnachtliche sorgte zwischen den Festreden die Gruppe "Denkzettel".

Bevölkerung eingeladen

Nachmittags stellte sich in einem "Tag der offenen Tür" die Vredener Tafel der Bevölkerung vor. So konnten die Räumlichkeiten der Tafel und der neue SkF-Kleiderladen besichtigt Informationen über die Projekte eingeholt werden. Der Erlös aus verkauftem Glühwein fließt wieder in die Projektarbeit der Tafel. Am Montag eröffnete der SkF seinen Kleiderladen "Klamotte & Co". Darin wird gut erhaltene und gespendete Bekleidung insbesondere an bedürftige junge Familien mit kleinen Kindern für ein geringes Entgelt veräußert werden. tke

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