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Mit fairem Kaffee fing 1982 alles an

Walter Gehling gibt Eine-Welt-Kreis Vreden ab

Walter Gehling setzt sich seit 1982 aktiv für den fairen Handel ein. Nun übergab er die Leitung des Eine-Welt-Kreises Vreden in andere Hände.

Vreden

, 14.06.2018
Mit fairem Kaffee fing 1982 alles an

Walter und Pauline Gehling und die neue Vorsitzende des Eine-Welt-Kreises Vreden, Monika van Beek (r.), schauen sich alte Fotos vom Verkauf des Indio-Kaffees der Georgschüler an. Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch überreicht die Felicitas-Medaille an Walter und Pauline Gehling (unten, l.). Unter welch schwierigen Bedingungen Rosen und Blumen zum Teil produziert werden, darüber informierte Walter Gehling 2013 bei einer Ausstellung (r.). Fotos Rolvering/Archiv/ Wissing (A) © Anne Rolvering

35 Jahre Eine-Welt-Arbeit in Vreden – mit dabei waren immer Walter Gehling und seine Ehefrau Pauline. Dafür wurde ihnen im Jahr 2013 die Felicitas-Medaille der Stadt Vreden verliehen. Nun gab es beim Eine-Welt-Kreis Vreden einen Wechsel im Vorstand: Walter Gehling übergab sein Amt als Vorsitzender an seine Nachfolgerin Monika van Beek.

Im Jahr 1982 begann mit Walter Gehling, als Lehrer der Georgschule und seinen Schülern, die Hilfe für die Menschen in der Dritten Welt. Nachdem er mit ihnen eine Lektüre über eine Entwicklungshelferin in einem bolivianischen Bergdorf gelesen hatte, wollten die Georgschüler gerne selbst helfen. Alle waren sich damals einig, dass ein aktives Tun, das von Dauer wäre, den Menschen in den Entwicklungsländern am meisten nutzen würde.

Fair gehandelter Kaffee auf dem Wochenmarkt

„Anschließend verkaufte ich mit den Acht- und Neuntklässler der Georgschüler bis zum Jahr 1996 fair gehandelten Kaffee auf dem Wochenmarkt“, blickt der 83-Jährige zurück. Im selben Jahr wurde der Eine-Welt-Kreis Vreden gegründet. Walter Gehling suchte mit seiner Ehefrau Pauline nach einem geeigneten Ladenlokal, das sie in der Kumme-Jacken-Straße fanden. „Wir vom Verein hatten keine große finanzielle Unterstützung, die Ladeneinrichtung wurde von Mitgliedern in Eigenleistung erstellt oder von Handwerkern gesponsert“, erinnert sich Pauline Gehling. Sie übernahm seitdem den Einkauf und die Dekoration des Ladens und engagierte sich mit vielen weiteren Ehrenamtlichen beim Verkauf.

Ein Lichtblick sei damals eine Geldspende von Weihbischof Ostermann gewesen. Mit dem Geld konnten die ersten fair gehandelten Waren gekauft werden. „Es war von Anfang an mein Bestreben, neben dem Verkauf von fair gehandelten Waren Öffentlichkeitsarbeit zu machen, damit der Bevölkerung deutlich wird, wie nötig die Hilfe für die Menschen in der Dritten Welt ist“, sagt Walter Gehling.

Chemikalien bei der Rosenproduktion

So organisierte er mit dem Eine-Welt-Kreis in den vergangenen Jahren zahlreiche unterschiedliche Ausstellungen und Vorträge zu Schwerpunktthemen und führte interessierte Gruppen durch den Weltladen. Im Gedächtnis geblieben ist ihm unter anderen die Aktion über die Rosenproduktion in der Dritten Welt, wo Frauen durch das Spritzen mit Chemikalien schweren gesundheitliche Folgen ausgesetzt sind. 600 fair gehandelte Rosen wurden auf dem Marktplatz verteilt. Aufgrund dieser Aktion würden laut Walter Gehling noch heute viele Vredener Blumenhändler nur noch fair gehandelte Rosen anbieten.

Mit fairem Kaffee fing 1982 alles an

Unter welch schwierigen Bedingungen Rosen und Blumen zum Teil produziert werden, darüber informierte Walter Gehling 2013 bei einer Ausstellung (r.). © Frank Wissing

Ab dem Jahr 2006 wurde der Weltladen aus finanzrechtlichen Gründen eigenständig und bekam mit Ulrich Kipp einen eigenen Vorsitzenden. Im Eine-Welt-Kreis engagieren sich jedoch fast die gleichen Mitglieder, die auch im Weltladen tätig sind. Zu ihnen gehört auch Monika van Beek, die bis zum Jahr 2015 als Lehrerin an der St.-Marien-Schule unterrichtet hat.

„Unser Wohlstand basiert auf dem Elend vieler Menschen. Der faire Handel trägt dazu bei, dass die Menschen ein würdevolleres Leben haben“, hebt die neue Vorsitzende des Eine-Welt-Kreises hervor. Nachhaltigkeit sei ihr wichtig, denn fairer Handel umfasse viel mehr als die Waren im Weltladen.

Vom Vorsitzenden zum Stellvertreter

„Der Sinn unserer Arbeit ist, das Bewusstsein in der Gesellschaft für Ungerechtigkeiten zu schärfen und dafür neue Wege zu gehen“, betont Monika van Beek. Walter Gehling entgegnet, dass in diesem Zusammenhang auch der Austausch mit den Verantwortlichen der Partnerprojekte des Eine-Welt-Kreises in Brasilien wichtig sei, denn „man muss den Kontakt zu den Menschen auf Augenhöhe suchen“.

„Neue Mitglieder im Eine-Welt-Kreis Vreden und ehrenamtliche Helfer im Weltladen sind bei uns jederzeit herzlich willkommen“, sagt Monika van Beek und Pauline und Walter Gehling stimmen ihr zu.

Der neue Vorstand des Eine-Welt-Kreises Vreden: Monika van Beek (Vorsitzende), Walter Gehling (stellvertretender Vorsitzender), Johannes van Beek (Schriftführer), Isolde Nengelken (Kassiererin) sowie Manfred Grotevent, Elsa Köster und Hans Kotz (alle Beisitzer).