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Siegerfoto in der Berkelaue geschossen

Preis für Josef Freitag

Den Eisvogel hat Josef Freitag im Schwebflug eingefangen. Fast eingefroren scheint der Vogel - wie auch die Wassertropfen, die den farbenfrohen "fliegenden Edelstein" vor sattgrünem Hintergrund umgeben. Ein klasse Foto - fand auch die Jury des bundesweiten Wettbewerbs "Wiki Loves Earth 2015", und setzte es unter 14.115 eingesandten Fotos auf Platz eins.

VREDEN

, 08.07.2015

"Da bin ich richtig stolz drauf", sagt der passionierte Hobbyfotograf aus Vreden. Und nicht nur auf das Siegerfoto: Mit fünf Beiträgen hat er sich am Wettbewerb beteiligt - und gleich vier Fotos landeten unter den ersten 50. Die weiteren Motive:

Ein Rotkehlchen...

...eine Türkentaube...

...und zwei Eisvögel auf einem Ast.

Es sind vor allem die gefiederten Zweibeiner, die Josef Freitag von seinem Tarnzelt im Sandfang an der Vredener Berkel aus ins Visier nimmt.

Nicht der erste Preis

Es ist nicht der erste Preis für den 61-Jährigen. 2009 hatte Josef Freitag es beim Wettbewerb "Deutschlands bester Fotograf" der Unternehmen Sigma und "Audio Video Foto Bild" ganz nach vorn geschafft. Nun hatte Freitag sich beim Wettbewerb der Online-Enzyklopädie Wikipedia beteiligt. Es galt, Fotos aus Naturschutzgebieten oder von ausgewiesenen Landschaftselementen einzusenden.

Der Preis für den Sieger ist "nur" ein Foto- oder Büchergutschein im Wert von 150 Euro. Josef Freitag freut sich vielmehr über die Wertschätzung. "Da sind Hammerbilder dabei", schwärmt er und empfiehlt allen Interessierten, sich die Fotos im Internet anzusehen.

"Einen Tag vor Ende der Frist habe ich die Fotos hochgeladen", erinnert sich Freitag an den 30. Mai zurück. Er hatte im Archiv gestöbert und dem Wettbewerbsthema gemäß einige seiner Lieblingsfotos herausgesucht.

Stunde um Stunde im Tarnzelt

Stunden um Stunden - sie zu zählen ist nicht möglich - verbringt der Vredener in seinem Tarnzelt am Sandfang in der Berkel, der südöstlich des Berkelsees liegt. Mit viel, viel Geduld und einem guten Auge geht Freitag zu Werke, und manchmal hat er auch Glück. Wie in dem Moment, als die Türkentaube mit dem Zweig im Schnabel vorbeiflog. "Wenn es jetzt auch noch ein Ölzweig wäre, wäre das Foto perfekt", sagt der 61-Jährige schmunzelnd. Aber es war wohl heimisches Gehölz aus der Berkelaue.

Gutes Auge, gute Ausrüstung

Auch das Rotkehlchen setzte sich nur einen Meter entfernt nieder. "Du musst dich ein bisschen weiter drehen", dachte er - und schon tat der Vogel, wie gewünscht. Und vor dem gelben Ginsterstrauch hob sich die rot-orange Brust des Rotkehlchens ab wie im Farbenrausch.

Dennoch muss auch die Ausrüstung stimmen, und die richtige Einstellung der Kamera. Dafür ist ja der Fotograf zuständig. Freitag fotografiert mit einer Nikon D 300 oder einer Panasonic Lumix FZ 200 mit einem Leica-Objektiv - einer extrem lichtstarken Linse mit einer Brennweite von 25 bis 600 Millimetern.

Glücklicher Moment

Für das Siegerfoto wählte der Vredener eine kurze Verschlusszeit - so entstehen die "eingefrorenen" Wassertropfen. Dass der Vogel dann noch kurz zurückblickte, praktisch ins Objektiv hinein - Glück, das den Fotografen glücklich macht. Alle prämierten Fotos sind in einer Entfernung von ein bis drei Metern zwischen Kamera und Motiv entstanden.

Seit über zehn Jahren geht Freitag auf Vogelfotopirsch, kennt die Berkelaue wie seine Westentasche. Auch wenn er viele Vögel fotografieren kann: "Ich habe den Eindruck, die Tiere werden immer weniger".

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