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Vom anderen Ende der Welt

Vreden Es war 6.30 Uhr, als ihr Laptop klingelte: Das Signal für Post. Post aus "Vreden in Germany", die Darlene Jones an diesem Morgen in Brisbane/Australien - trotz der ganzen Frühstücksvorbereitungen - noch schnell las.

23.12.2007

Vom anderen Ende der Welt

<p>Das weltumspannende Internet macht es möglich, dass Rita Lansing-Mann (l.) aus Vreden und Darlene Jones aus Brisbane/Australien Freundinnen geworden sind. Winter-Weckenbrock</p>

Rita Lansing-Mann hatte ein "Hallo" geschickt mit Hilfe des Chatangebots "Skype". "Und ich habe geantwortet: Hallo aus Australien", erzählt Darlene und ihre Augen blitzen vor Lachen. Das erste "Hallo" per Tastatur und Mausklick - das war im Juni 2006. Im Dezember 2007 sitzen die beiden Frauen zusammen am Esstisch im Haus der Manns an der Erich-Klausener-Straße und sind sich einig: "Vorher waren wir Internet-Freundinnen, jetzt sind wir richtige Freundinnen."

Es ist eine Geschichte von Freundschaft, wie sie sich nur im Internetzeitalter ereignen kann. Rita Lansing-Mann, 47, suchte Kontakt zu einer Frau in einem englischsprachigen Land, erzählt sie. Chatten macht's möglich. Schon bei der "schriftlichen Unterhaltung" per Internet merkten die beiden, dass "es passt". Sympathie sei sofort spürbar gewesen, erinnern sie sich. Rita hat vier Kinder, Darlene kümmert sich um vier Pflegekinder - es gibt viel Gesprächsstoff rund um Familie, Beruf und Alltag.

Meistens nach dem Mittagessen startet Rita Lansing-Mann den Laptop und unterhält sich mit ihrer australischen Freundin. "Dann ist es bei uns so gegen 23 Uhr, kurz vorm Zubettgehen", erläutert Darlene Jones. "Da werden die Gespräche schon manchmal kürzer", lacht sie. Per Google-Earth wurden die Eigenheime in Vreden und Brisbane erkundet, und per Webcam die Gesichter.

Als nun die Hochzeit von Darlenes Sohn, der in Spanien lebt, anstand, war für sie klar: "Wenn ich schon nach Europa fliege, dann besuche ich Rita." Und nun, 18 000 Kilometer weit entfernt, sitzt sie im regnerischen Vreden und ist froh, über ihre geliehene Jacke. Aber den Regen, den mag sie: In ihrer Heimat im heißen Nordaustralien sehne man sich oft danach, vergleicht sie. Faszinierend ist Europa für sie. "Zuhause fahren wir 4000 Kilometer - und alle sprechen Englisch. Und hier: nur ein paar Kilometer, und die Leute sprechen Niederländisch", staunt sie. An der Aussprache ist sie übrigens gescheitert, wie sie zugibt: "School" (Schule) wird nun mal trotz gleicher Schreibweise ganz anders ausgesprochen als in Australien... Wenn sie von Weihnachten in Brisbane erzählt, dann staunen die Vredener: Gibt es Wachskerzen am Weihnachtsbaum? "Nein, die würden doch schmelzen", erklärt Darlene. Die Geschenke werden bei den Jones am ersten Weihnachtstag morgens ausgepackt. Allerdings keine richtigen Souvenirs aus Vreden, wie sie bedauert: Viel Vreden-Typisches sei trink- oder essbar - und das dürfe nicht nach Australien importiert werden.

Aber sie hat ja ihre Fotos, die sie mit ihrer Familie anschauen kann unter dem Weihnachtsbaum - bei mehr als 30 Grad in Brisbane. ewa

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