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Vreden in Karlsstadt taufen

Vreden "Eigentlich müsste Vreden nicht "Widukindstadt" heißen, sondern "Karlsstadt", erläuterte Dr. Hermann Terhalle am Dienstagabend im Pfarrheim St. Georg.

07.12.2007

Vreden in Karlsstadt taufen

<p>Von der Wirkkraft Karls des Großen nicht nur in Europa als ganzem, sondern auch im Münsterland und insbesondere in Vreden überzeugt (v.l.): Dr. Hermann Terhalle und der Referent, Prof. Dr. Arnold Angenendt. Rolvering</p>

Der Grund: Karl der Große werde nicht nur als Bauherr der Burg - des heutigen Rathauses - angesehen, "er ist auch als einer der vier Heiligen im Altar der Stiftskirche verewigt". Ein spannender Einstieg, den der Heimatvereinsvorsitzende den mehr als 100 Besuchern in den Vortrag von Prof. Dr. Arnold Angenendt bot. Der renommierte Kirchenhistoriker, der 1963/1964 als Kaplan in St. Georg wirkte, referierte zum Thema "Karl der Große - Der erste Zwangsmissionar? Die Christianisierung des Münsterlandes". Nach der Völkerwanderung und dem Ende des Römischen Reiches hatten in Europa chaotische Verhältnisse geherrscht: Zahlreiche kleine Reiche mit eigenen Sprachen, die alle gegeneinander kämpften. Darüber hinaus hatte sich nach dem Tod Mohammeds eine gewaltige militärische Expansion des Islam vollzogen.

Völker verbunden

"Karl der Große (742 bis 814) hat in Westeuropa mit dem Christentum Völker verbunden. Wichtige Helfer waren die Angelsachsen, die, wie Willibrord und Bonifatius, getragen von der Motivation, die ihnen stammesverwandten Sachsen zu bekehren, von England auf den Kontinent kamen", betonte Angenendt. Sachsen und Franken waren an der Lippe aufeinander getroffen. Dort begann der jahrzehntelange Krieg zwischen dem Frankenkönig Karl dem Großen und Widukind, der sich später taufen ließ und Patenkind Karls des Großen wurde. Mit der Eroberung Sachsens und der Taufe Widukinds gingen die Massentaufen der Sachsen einher. Nicht erst Unterweisung im Glauben, sondern die durch Wunder bewirkte Überzeugung von der größeren Macht des Christengottes habe den Wunsch hervorgerufen, diesen Glauben durch die Taufe anzunehmen.

"Wichtige Stützpunkte der Mission wurden Klöster und Stifte wie das in Vreden." Um ihren Unterhalt sicherzustellen, waren Lebensmittellieferungen aus einem großen Einzugsbereich erforderlich. Darum kamen viele Menschen mit dem neuen Glauben anfangs durch Abgaben in Berührung, und das machte das Christentum bei ihnen nicht beliebt. Auf der anderen Seite stand aber auch viel Positives: Menschenopfer hörten auf, kamen Bücher und Bildung ins Land.

Stift nahm Platz ein

Angenendt würdigte die Verdienste Karls: "Mit der Eroberung Sachsens und seiner Einbeziehung in das Fränkische Reich leistete er nicht weniger als den Anschluss unseres Raumes an die allgemeine Menschheitsentwicklung, und das in dieser Zeit gegründete Stift Vreden hatte darin seinen Platz." rol

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