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WM-Fehlstart für Eishockey-Team

Herning. Auch das zweite Spiel bei der Eishockey-WM verliert der Olympiazweite Deutschland nach Penaltyschießen. Nach dem 4:5 gegen Norwegen wird es mit einer erneuten Viertelfinal-Teilnahme für das stark verjüngte deutsche Team nun schwer.

WM-Fehlstart für Eishockey-Team

Das Team von Bundestrainer Marco Sturm hat auch das zweite WM-Spiel verloren. Foto: Peter Kneffel

Der Neufanfang nach Olympia-Silber ist schwieriger als gedacht. Ernüchtert sprach Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm nach der zweiten Pleite im Penaltyschießen im zweiten WM-Spiel Klartext: „Über das Viertelfinale brauchen wir momentan nicht reden“, sagte der 39-Jährige in Herning.

„Jeder Einzelne hat nicht die Leistung gezeigt.“ Die geringen Hoffnungen auf den Viertelfinaleinzug ruhen nun auf einem Coup über Mitfavorit USA an diesem Montag (16.15 Uhr).

Gegen die bislang beeindruckend auftretenden US-Amerikaner steht Deutschland als Außenseiter nach dem 4:5 (2:2, 1:1, 1:1) im Penaltyschießen gegen Norwegen gewaltig unter Druck. Während Sturm nach nur zwei Punkten aus zwei Spielen realistisch Bilanz zog, trotzte so mancher seiner Spieler der Schwere der Aufgabe.

„Wir können jeden Gegner schlagen“, behauptete Silbergewinner Yannic Seidenberg. Verteidiger-Kollege Moritz Müller, ebenfalls im Olympia-Kader, meinte: „Es kann noch in jede Richtung gehen. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, dass wir jetzt mal mit als Underdog mit einer neuen Rolle ins Spiel gehen.“

Kapitän Dennis Seidenberg wusste zunächst gar nicht, dass er nur 24 Stunden später wieder ran muss: „Morgen? Morgen schon?“, antwortete der NHL-Profi auf die Frage nach dem Spiel gegen die USA. „Hoffentlich kommt da mal mehr als nur ein Punkt bei rum.“

Auch mit dem NHL-Trio Draisaitl, Dennis Seidenberg und Korbinian Holzer ist die deutsche Mannschaft schwächer aufgestellt als bei den anderen Turnieren unter Sturm. Zweimal hatte der Coach das deutsche Team bei Weltmeisterschaften nacheinander ins Viertelfinale geführt. Der Aufschwung unter ihm gipfelte vor zehn Wochen in Olympia-Silber. Diesmal hat er in einem Umbruch eine junge Truppe beisammen, der es an Erfahrung auf internationalem WM-Niveau fehlt.

„Es ist in letzter Zeit vieles zusammen gekommen. Es war auch nicht alles so geplant, wie wir aufgestellt sind“, sagte Sturm und deutete an, dass auch er nicht mit allen Absagen, Rücktritten und Verletzungen gerechnet hatte. Deutlich kritisierte der Coach die Fehlerquote und die Passqualität. Torhüter Timo Pielmeier erwischte zudem einen schwachen Tag. „Wir müssen es wieder als Kollektiv hinbekommen, über 60 Minuten unser Spiel zu machen. Das ist ein Reifeprozess“, sagte Moritz Müller.

Gegen die Norweger waren die Deutschen bereits nach gut sieben Minuten mit 0:2 in Rückstand geraten. Ein Gegentor fiel in Unterzahl, eines sogar mit einem Spieler mehr auf dem Eis. Vor 5149 Zuschauern genügten dann die Treffer von Doppel-Torschütze Patrick Hager (15. Minute/28.), Marc Michaelis (19.) und Yannic Seidenberg (51.) nicht. Für Norwegen trafen der künftige Düsseldorfer Ken Andre Olimb (2.), Thomas Valkvae Olsen (8.), Anders Bastiansen (22.) und Daniel Sorvik (51.). Den entscheidenden Penalty verwandelte Mathias Trettenes von den Krefeld Pinguinen. Alle deutschen Schützen scheiterten.

Vor zweieinhalb Monaten noch hatte in Pyeongchang mit einem hart erkämpften 2:1 nach Penaltyschießen gegen Norwegen der sensationelle Erfolgsweg begonnen, der bis ins Finale und dem größten Erfolg der deutschen Eishockey-Geschichte führte. Nun ist der WM-Fehlstart perfekt und der Neuanfang droht zu einer Enttäuschung zu werden. „Wir wissen alle, dass die Amis dieses Jahr eine sehr starke Mannschaft hier haben. Wir werden uns aber wehren und um jeden Meter auf dem Eis fighten“, versprach Torjäger Hager.

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