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WM-Jahre sind Müller-Jahre - Löw: „Er macht wichtige Tore“

Berlin. Wenn Thomas Müller trifft, muss es bald um den WM-Titel gehen. Das weltmeisterliche Tore-Phänomen schlägt gegen Spanien nach einem Jahr Trefferpause im DFB-Trikot wieder zu. Mit dem 38. Tor verdrängt er Bierhoff aus den Top Ten. Gegen Brasilien aber wird's nicht müllern.

WM-Jahre sind Müller-Jahre - Löw: „Er macht wichtige Tore“

Nationalspieler Thomas Müller (M) ist mit seinem Drang zum Tor für die WM gesetzt. Foto: Federico Gambarini

Wenn die Fußball-WM ruft, ist auf Deutschlands aktuell besten Torjäger einfach Verlass. Weltmeisterschaftsjahre sind halt Thomas-Müller-Jahre: Fünf Treffer beim Turnier 2010 in Südafrika, erneut fünf beim Titelgewinnen 2014 in Brasilien.

Und auch 2018 setzte Müller im neuen, grünen Nationaltrikot gleich wieder eine erste weltmeisterliche Duftmarke. „Das Tor war sehr schön. Es kommt nicht alle Tage vor, dass ich von außerhalb des Strafraums so leicht aussehend treffe“, bemerkte der Torjäger nach dem 1:1 gegen Spanien.

„Thomas übt solche Schüsse, er trainiert das“, berichtete Kollege Mats Hummels: „Viele Zuschauer denken, die Spieler können das einfach seit der Geburt, aber da steckt viel Arbeit dahinter.“ Beim Aufwärmen vor dem Spanien-Spiel hatte Müller den Schuss erneut zwei-, dreimal geprobt. „Da hat es schon ganz gut geklappt. Aber da war er noch ein bisschen flach. Im Spiel hat er dann super funktioniert“, berichtete der Münchner über die Entstehungsgeschichte seines umjubelten Treffers. Aus 20 Metern segelte der Ball ins spanische Gehäuse.

„Das Tor war super gemacht. Es war ein klasse Schuss. Thomas Müller macht immer wichtige Tore“, lobte Bundestrainer Joachim Löw den inzwischen 28-jährigen Bayern. Mit dem Ausgleich gegen Spanien hat Müller nun 38 Mal in 90 Länderspielen getroffen und damit Manager Oliver Bierhoff aus den Top Ten der besten DFB-Schützen verdrängt.

Müller ist ein Phänomen. Vor allem, wenn es um die WM geht. Vor zwei Jahren bei der EURO in Frankreich hingegen rannte er erfolglos einem Treffer hinterher. Schon 2012 bei seiner ersten EM-Teilnahme war das so.

Seinen 37. Länderspieltreffer hatte Müller vor exakt einem Jahr in Aserbaidschan erzielt. Vor allem der Trainerwechsel beim FC Bayern im vergangenen Herbst hat den Weltmeister wieder in die Spur gebracht: Unter Jupp Heynckes bekam Müller wieder die Sicherheit und Anerkennung, die ihn stark macht. Davon profitiert nun auch Löw.

Weitschusstore gehörten bisher nicht zur Spezialität von Müller. Ein typisches Müller-Tor war das gegen Spanien insofern nicht. „Es war eigentlich viel zu schön. Aber es hat uns gut getan“, frotzelte Weltmeister-Kollege Toni Kroos. Denn es war vor allem Müller, der sich gegen die Überlegenheit der Gäste in der ersten halben Stunde wehrte, wie auch Löw befand: „Wir waren ein bisschen giftiger.“

Gegen Brasilien wird es am Dienstag nicht wieder müllern. Denn der Münchner wird im Berliner Olympiastadion nicht dabei sein. Der Bundestrainer gönnt seinem gesetzten WM-Spieler eine Auszeit. Müller geht aber davon aus, dass die Nationalmannschaft auch ohne ihn die Ungeschlagen-Serie auf 23 Spiele ausbauen und damit den Uralt-Rekord unter Jupp Derwall aus dem Jahr 1980 einstellen kann. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß. Ich denke mal nicht, dass wir verlieren. Wir haben eine super Truppe, und diese Statistikspielchen sind etwas für die Gazetten“, kommentierte Müller. Er erwartet einen „hochinteressanten Klassiker“. Müller wird ihn als Zuschauer erleben.

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