Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Wall Street ist nervös: Sorgen um US-Investmentbank

New York (dpa) An der Wall Street liegen die Nerven blank. Wegen der unsicheren Situation in Europa fürchten die Börsianer, dass nach dem Zusammenbruch des US-Wertpapierhändlers MF Global weitere Firmen in den Abwärtssog der Schuldenkrise gerissen werden könnten.

Anzeige

Wall Street ist nervös: Sorgen um US-Investmentbank

Beim Bankrott von MF Global gibt es Zweifel, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Foto: Justin Lane

Am Donnerstag bekam die Investmentbank Jefferies zu spüren, was es heißt, wenn Investoren das Vertrauen verlieren: Der Aktienkurs brach zeitweise um mehr als 20 Prozent ein.

Die Ratingagentur Egan-Jones hatte die Kreditwürdigkeit von Jefferies am Vortag herabgestuft und dies mit dem ihrer Meinung nach zu starken Engagement von Jefferies in Europa begründet. Sollte etwa Griechenland bankrottgehen, droht all jenen, die dem Land Geld geliehen haben, ein massiver Verlust. Jefferies erklärte in einer Reaktion, dass die Bank unterm Strich «keine bedeutsamen Positionen» in europäischen Schuldenpapieren habe.

Das beruhigte die Anleger. Die Aktie lag am Mittag noch 4 Prozent im Minus. Zwischenzeitlich war das Papier so stark gefallen, dass der Handel ausgesetzt wurde. Den Börsianern steckt immer noch der Schreck über die Pleite von MF Global vom Montag in den Knochen. Der Broker hatte einen riesigen Berg europäischer Staatsanleihen angehäuft im Volumen von insgesamt 6,3 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro). Ratingagenturen hatten gewarnt, das sei angesichts der Größe der Firma viel zu viel.

Bei Jefferies gab es nun ähnliche Sorgen. Die Investmentbank war nach eigenen Angaben zwischenzeitlich tatsächlich mit 2,7 Milliarden Dollar in Europa engagiert. Allerdings habe es Gegengeschäfte in etwa gleicher Höhe gegeben - damit sichert ein Investor sich für den Fall eines Verlusts ab. Zuletzt hätten die Positionen in Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien zusammengefasst noch 38 Millionen Dollar betragen. Dieser Betrag sei angesichts der Firmengröße «nicht bedeutsam», wiederholte die Bank.

Die Pleite von MF Global hatte viele Börsianer an den katastrophalen Bankrott der einst viertgrößten Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren erinnert. Das war der Höhepunkt der Finanzkrise. Sowohl MF Global als auch Jefferies sind allerdings wesentlich kleiner als Lehman. US-Notenbankchef Ben Bernanke versuchte am Mittwoch, die Sorgen vor weiteren Zusammenbrüchen zu zerstreuen, als er sich zu MF Global äußerte: «War das ein isolierter Fall? Es scheint ein spezifischer Fall zu sein.»

Jefferies-Mitteilung

THEMEN

Anzeige
Anzeige