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Warum Handy-Anrufe von daheim in EU-Länder so teuer sind

Kiel. Viele Verbraucher zahlen für ihre Anrufe ins Ausland deutlich mehr, als sie erwarten. Gerade bei Handygesprächen hat die Abschaffung der Roaming-Gebühren dazu geführt, dass viele glauben, auch von Deutschland aus zum Inlandspreis in EU-Länder zu telefonieren.

Warum Handy-Anrufe von daheim in EU-Länder so teuer sind

Schönen Gruß in den Süden: Handyanrufe von Deutschland ins EU-Ausland können nach wie vor teuer werden - denn der Wegfall der Roaminggebühren gilt nur fürs Telefonieren im Ausland. Foto: Christin Klose

Extragebühren fürs Telefonieren mit dem Handy im EU-Ausland sind seit Juni 2017 Geschichte. Anders sieht es aus, wenn man von zu Hause aus im Ausland anruft.

Wenn Verbraucher durch die EU-Mitgliedsstaaten und ihre Netze wandern (Roaming), können sie zum gleichen Preis wie in Deutschland oder bei einer gebuchten Flatrate sogar ganz umsonst telefonieren.

Wer aber daheim zum Handy greift, um im EU-Ausland anzurufen, zahlt den Preis, den der Anbieter dafür festgelegt hat. Und das sind aktuell bis zu 1,49 Euro pro Minute, wie die Verbraucherzentrale (VZ) Schleswig-Holstein erhoben hat. Deshalb tut man gut daran, vor so einem Anruf die Preisliste zu studieren.

Das Problem: Vielen Verbrauchern ist nicht klar ist, dass es noch einen Unterschied zwischen Gesprächen im Ausland (Roaming) und Gesprächen von daheim ins Ausland gibt. Das zeigt auch eine Forsa-Studie, die die VZ zum Thema in Auftrag gegeben hat. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten von Deutschland aus privat ins EU-Ausland telefoniert. Davon glaubte gut die Hälfte (52 Prozent), dass die Abschaffung der Roaming-Gebühren auch für Anrufe von Deutschland in das EU-Ausland gilt.

Daher hat das EU-Parlament im Oktober 2017 vorgeschlagen, auch diesen Bereich zu regulieren: Mobilfunk-, aber auch Festnetzanrufe in andere EU-Mitgliedstaaten sollen nicht mehr unverhältnismäßig teurer sein als Anrufe im Inland. Sollte so eine Regelung kommen, könnte sie Einzug in den europäischen Kodex für die elektronische Kommunikation finden, die derzeit auf EU-Ebene verhandelt wird.

Wer oft und viel ins Ausland telefoniert, kann teils Auslandsoptionen buchen oder sich einen oder mehrere günstige Telefonanbieter für Internettelefonie (VoIP) suchen. Diese lassen sich im Smartphone, aber auch in vielen Routern einspeichern und für Telefonate nutzen. Geld sparen lässt sich außerdem mit sogenannten Call-by-Call-, Call-through oder Call-back-Anbieter, die eine gewünschte Auslandsverbindung auf unterschiedliche Art und Weise herstellen. Während Call-by-Call nur bei den meisten Telekom-Festnetzanschlüssen funktioniert, sind die anderen beiden Varianten in allen Fest- und meist auch in den Handynetzen verfügbar. Dabei ist eine Inlands-Flat sinnvoll.

Dass sich aber nicht viele Nutzer an solchen Alternativen herantrauen, zeigt die VZ-Studie: 70 Prozent der Verbraucher, die per Festnetz oder Mobilfunk im EU-Ausland anrufen, telefonieren zum Normaltarif.

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