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Warum das Backhaus für die Maxischüler wichtig ist

Nordkirchener Backhaus

Im Garten der Maxischule backen Schüler der Klasse 12 jede Woche Brot und Kuchen. Das ist möglich, seit das Backhaus renoviert wurde – für die Schüler ein Gewinn.

Nordkirchen

, 19.06.2018
Warum das Backhaus für die Maxischüler wichtig ist

Lehrer Berthold Steinhoff prüft ein letztes Mal, ob der frische Butterkuchen nun aus dem Ofen geholt werden kann. © Sabine Geschwinder

Es duftet gut an diesem Dienstag im Garten der Maxischule Nordkirchen. Der Geruch von Butter und Hefe liegt in der Luft. Im Garten der Maxischule wurde nämlich das alte Backhaus wieder in Betrieb genommen. Einige Jahre wurde es nur sporadisch genutzt. Hatte Risse, und auch die Tür hatte sich verzogen. „Die Renovierung war notwendig“, sagt Fachlehrer Berthold Steinhoff.

Im Februar wurde das Backhaus aufgebaut, seit März wird wieder geheizt und gebacken. Mit jeweils 1.500 Euro Spendengeldern haben der Förderverein der Kinderheilstätte und die Behindertenhilfe Dülmen die Renovierung und auch zusätzliche Anschaffungen finanziert. So gibt es im Garten der Maxischule zum Beispiel eine zweite Sitzecke, damit mehr Schüler Platz haben und ihre Backwaren gemeinsam verspeisen können.

„Es ist eine tolle Sache, wenn man in Dinge investieren kann, die langfristig zum Einsatz kommen“, sagt Manfred Ballensiefen, der 1. Vorsitzende der Behindertenhilfe Dülmen bei der Scheckübergabe am Dienstag. Auch Berthold Steinhoff und Holger Boeker, die gemeinsam den „Arbeitsbereich Backlehre“, so heißt das Fach, in dem die Schüler der Klasse 12 an den Dienstagen zum Backen zusammenkommen, leitet.

Lernerlebnis für die Schüler

„Unsere Schüler brauchen eine Kombination aus Theorie und erlebbarem Unterricht“, erklärt Holger Boeker. Beim Backen am Dienstag lernen sie zum Beispiel den Umgang mit dem Ofen, das Backen und auch der körperliche Aspekt spielt eine Rolle. Soll heißen: Bevor der Ofen auf bis zu 270 Grad geheizt werden kann, wird erstmal Holz gehackt. Auch die Zutaten für Brote, Kuchen und Co. kaufen die Schüler vorher ein, kneten dann den Teig und verkaufen die selbst gebackenen Brote dann auch an der Schule. „Das hier im Schulgarten machen zu können, entspricht auch den verschiedenen Lernvoraussetzungen“, sagt Berthold Steinhoff.

Für die Schüler sei es gut, im Garten etwas runterkommen zu können. Dass die Schüler mit dem alten Ofen auch lernen, wie früher gebacken wurde, findet Hubert Kersting vom Heimatverein Nordkirchen begrüßenswert: „Das ist das Beste überhaupt“, sagt er. So viele Backhäuser gibt es schließlich auch nicht. Kersting fallen spontan das Backhaus des Heimatvereins Olfen und das Backhaus an der Burg Vischering ein.

Die Schüler lernen übrigens auch in der Schulküche mit dem Elektroofen umzugehen. Doch „das schmeckt ganz anders“, erklärt Steinhoff. Hinzu komme, dass die Frage, wie heiß der Ofen denn sein muss und wie lange der Kuchen oder das Brot im Ofen bleiben, eine Frage des Gefühls ist. Und das sei eben eine Lernsache. An diesem Dienstag stimmt jedenfalls das Gefühl. Und auch die Nase verrät: Kuchen ist fertig.