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Hohe Haftstrafen für dreiste Einbrecher

Urteil im Homejacking-Prozess

Mit drastischen Strafen ist in Münster der sogenannte „Homejacking-Prozess“ um geklaute Luxus-Autos zu Ende gegangen. Die Diebe waren auch in Nordkirchen unterwegs gewesen.

Münster/Nordkirchen

, 27.04.2018
Hohe Haftstrafen für dreiste Einbrecher

Die Diebe brachen erst in Häuser ein, stahlen die Autoschlüssel und dann die teuren Autos. © picture alliance / dpa

Nach einer dreisten Einbruchs- und Diebstahlserie in Nordkirchen und Umgebung wurden zwei der Angeklagten zu sechs Jahren beziehungsweise fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Ein dritter kam mit zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis davon.

Den 38 bis 51 Jahre alten Angeklagten war vorgeworfen worden, gezielt in Wohnungen eingebrochen zu sein, vor denen teure Autos geparkt waren. Ihr Augenmerk galt deshalb vor allem den Zündschlüsseln.

Hohen Schaden angerichtet

Die Vorgehensweise war immer gleich: Erst wurden Terrassen- oder Eingangstüren aufgebrochen, dann die Schlüssel gesucht. Lag Bargeld herum, griffen die Täter ebenfalls zu.

Von insgesamt fünf entwendeten Autos sind am Ende drei zu den Besitzern zurückgelangt. Die anderen sollen über Gelsenkirchen nach Polen transportiert worden und dort verschwunden sein.

Im Prozess vor der 9. Strafkammer des Landgerichts Münster war von einem Gesamtschaden in Höhe von rund 240.000 Euro die Rede. In Nordkirchen waren die Einbrecher erstmals im Dezember 2015. Dabei hatten sie 300 Euro und einen 60.000 Euro teuren Mercedes erbeutet.

2016 erneut in Nordkirchen aufgetaucht

Anfang 2016 war die Bande erneut in Nordkirchen aufgetaucht. Diesmal waren die Täter sogar noch dreister. Sie stiegen in eine Wohnung ein, während im Keller eine Party im Gange war. Die Beute hier: Autoschlüssel, Schmuck, ein E-Bike.

Weitere Tatorte lagen in Telgte, Münster und anderen Orten des Münsterlandes. Teilweise lagen die Hausbewohner sogar in ihren Betten, während die Täter die Wohnung durchsuchten. Sie hatten erst morgens bemerkt, dass die Terrassentür aufstand.

Lebensbeichte abgelegt

Einer der Angeklagten hatte schließlich einen Schlussstrich gezogen und bei der Polizei eine Art Lebensbeichte abgelegt. Vor Gericht hat seine Angaben dann allerdings nicht mehr wiederholen wollen.

Trotzdem war er am Ende derjenige, der am mildesten bestraft wurde. Allerdings nur, weil er von den Richtern lediglich als Gehilfe eingestuft worden ist.

Überführt wurden die Angeklagten durch DNA-Spuren in den gestohlenen Autos. Außerdem waren sie im Kern geständig.