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Ein Gefängnis im Stadttor

07.05.2018
Ein Gefängnis im Stadttor

Die Reste des Windmühlentores liegen noch in der Erde.thünte

Vreden. Bei Bauarbeiten in Vreden wurde das Fundament eines alten Stadttores gefunden. Ein Stück Stadtgeschichte, findet Guido Leeck vom Heimatverein Vreden. Das Windmühlentor wurde ungefähr im Jahr 1330 gebaut, also vor rund 700 Jahren. Eigentlich war es mehr ein Turm in der Stadtmauer. Unten gab es eine 3,50 Meter breite Durchfahrt für Kutschen. Dort saß auch immer ein Torwächter, der das Wegegeld kassiert hat. Jeder, der in die Stadt fahren wollte, musste nämlich bezahlen. „Das Tor hatte auch eine Wachfunktion. Von oben konnte man beobachten und im Zweifel auch schießen“, sagt Guido Leeck. Das Windmühlentor hatte noch eine Besonderheit. Im Jahr 1806 wurde ein Gefängnis in dem Turm eingerichtet. Damals wurden auch Zeichnungen und Grundrisse angefertigt. Deswegen ist das Windmühlentor das einzige Vredener Stadttor, von dem es Pläne gibt. In den Gefängniszellen gab es einen Eisenring zum Anketten und ein Plumpsklo. In dem jetzt gefundenen Fundament sieht man auch die Abwasserkanäle, die nachträglich angelegt wurden. 1854 wurde das Stadttor angerissen, weil es baufällig und zu eng war. Doch das Fundament bliebt im Boden. Ohne Maschinen war es zu schwer, die Steine aus der Erde zu holen.