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Gefilmte Schießerei: Revision gegen Urteil eingelegt

Rapper-Krieg beschäftigt bald BGH

Der spektakuläre, gefilmte „Rapper-Krieg von Oer-Erkenschwick“ wird ein Fall für das höchste deutsche Strafgericht. Sowohl der Pistolenschütze „Hamad45“ aus Essen als auch die Brüder aus Oer-Erkenschwick haben Revision gegen ihre Verurteilungen eingelegt – und verlangen damit Klarheit vom Bundesgerichthof (BGH).

Oer-Erkenschwick

, 09.05.2018
Gefilmte Schießerei: Revision gegen Urteil eingelegt

Die Angeklagten im „Rapper-Krieg“-Prozess vor der Urteilsverkündung mit ihren Anwälten. © Werner von Braunschweig

Wie berichtet, hatte das Bochumer Schwurgericht am 30. April den 28-jährigen Rap-Musiker „Hamad45“ aus Essen wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Gegen die drei mitangeklagten Brüder (34/35/41) aus Oer-Erkenschwick wurden einmal 30 Monate Gefängnis (wegen einer laufenden Bewährungshaftstrafe) und zweimal jeweils 15 Monate Haft auf Bewährung verhängt.

Die Angeklagten hatte allesamt ihre Beteiligung an dem von einem Anwohner gefilmten Gewaltexzess vor einem Garagenhof an der Ludwigstraße zugegeben. Zwei verfeindete Männergruppen waren am 13. Juni 2017 mit Eisenstangen und Macheten aufeinander losgegangen.

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Rechtlicher Knackpunkt: Notwehr oder nicht?

Zu Beginn der Eskalation hatte Rapper „Hamad45“ insgesamt mindestens drei Schüsse aus einer Pistole abgefeuert – und dabei zwei Personen, darunter dem mitangeklagten Werkstattbesitzer, ins Bein geschossen. Rechtlicher Knackpunkt waren von Beginn an die gegenseitigen Behauptungen der Hauptakteure sich nur verteidigt, sprich in Notwehr gehandelt zu haben. In den Urteilen billigten die Bochumer Richter letztlich weder „Hamad45“ noch dem Werkstattbesitzer aus Oer-Erkenschwick eine Notwehrlage zu.

Fest steht: Am BGH in Karlsruhe werden die Urteile demnächst allein anhand der Akten auf Rechtsfehler überprüft. Dadurch, dass die Staatsanwaltschaft (trotz ihrer Zehn-Jahre-Haft-Forderung) auf das Einlegen von Revision verzichtet hat, steht bereits fest, dass allen Angeklagten in jedem Fall keine härteren Strafen drohen. Eine Entscheidung am BGH fällt voraussichtlich erst in mehreren Monaten.