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Brutaler Mord im Massagestudio - Auslöser war Nudelsuppe

Essener ersticht Masseurinnen in Gelsenkirchen

Zwei chinesischen Frauen wurden im Oktober 2017 in einem Massagestudio in Gelsenkirchen brutal erstochen. Seit Montag steht in Essen ein Ex-Kunde des Salons wegen Mordes vor Gericht. Besonders skurril: Ein Brief an Angela Merkel bringt Klarheit in den Fall.

Essen/Gelsenkirchen

, 28.05.2018
Brutaler Mord im Massagestudio - Auslöser war Nudelsuppe

Den Angeklagte soll in einem Massagestudio in Gelsenkirchen zwei chinesische Frauen erstochen haben. Neben ihm: seine Verteidigern Timo Scharrmann (l.) und Hans Reinhardt (r.). © Werner von Braunschweig

Es war der 29. Oktober 2017, als der Angeklagte bereits vormittags in dem Massagesalon aufgetaucht sein soll. Laut Anklage war der 40-Jährige ein regelmäßiger Kunde in dem Salon, der in einer umfunktionierten Privatwohnung betrieben worden ist.

Nach einem Streit mit einer Masseurin mit dem Spitznamen "FeiFei" soll der 40-Jährige dann im Badezimmer vollkommen ausgerastet sein. Er soll die 46-Jährige gewürgt und immer wieder mit einem Messer angegriffen haben.

Das Opfer hatte keine Chance und verblutete: Rechtsmediziner zählten später ca. 30 Stich- und Schnittverletzungen, die der Täter "wahllos über den gesamten Oberkörper verteilt" hatte. Postmortal soll der Frau schließlich auch noch ein Messerstich in die Vagina versetzt worden sein.

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Unmittelbar danach soll der Anklagte mit demselben Messer auch noch die Chefin (56) des Studios getötet haben. Die Frau war laut Anklage besorgt zum Badezimmer geeilt, um nachzusehen, was dort geschieht. Auch sie war von zahlreichen Messerstichen getroffen worden: Ein 18 Zentimeter langer Stich durchdrang die Leber - ein anderer ging direkt in Herz.

Der Angeklagte war danach zunächst geflüchtet und untergetaucht, konnte dann aber am 30. November 2017 festgenommen werden. Zum Prozessauftakt wollte der 40-Jährige sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Sein Verteidiger Hans Reinhardt (Marl) erklärte jedoch am Rande des Prozesses, dass der Angeklagte aus der Haft heraus, einen Brief an die Bundesregierung geschrieben hat. "Darin nimmt er die Verantwortung für das Tatgeschehen auf sich", so Anwalt Hans Reinhardt.

Angeklagter rastet wegen Nudelsuppe aus

Wörtlich soll es in dem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel heißen: "Es tut mir leid, dass ich Ihnen viel Ärger gebracht habe. Ich gebe zu, dass ich das Verbrechen begangen habe. Ich akzeptiere alle Strafen für mich."

Als Tatmotiv für sein tödliches Ausrasten soll der Angeklagte von der Verabreichung einer Nudelsuppe gesprochen haben. An Einzelheiten könne er sich danach kaum noch erinnern. Ziel der Verteidigung, so Anwalt Reinhardt, sei eine Verurteilung wegen Totschlags und nicht wegen Mordes. Für den Prozess sind bislang weitere neun Verhandlungstage bis zum 4. September anberaumt.