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Vor Privataudienz beim Papst: Söder verteidigt Kreuz-Erlass

Es ist ein Zufall, versichert die Staatskanzlei. Just an dem Tag, an dem die Kreuzpflicht in den bayerischen Landesbehörden in Kraft tritt, wird Ministerpräsident Söder vom Papst empfangen.

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Rom/München

, 01.06.2018
Vor Privataudienz beim Papst: Söder verteidigt Kreuz-Erlass

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder steht vor der Kulisse von Rom mit der Kuppel des Petersdoms im Hintergrund. Foto: Daniel Karmann

Zum Start der umstrittenen Kreuzpflicht für bayerische Landesbehörden hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Entscheidung verteidigt. Das Kreuz stehe für die christliche Botschaft und für eine Grundhaltung mit Respekt und Werten, sagte er am Rande einer Reise zu Papst Franziskus.

Insbesondere in Zeiten, in denen vieles unsicher ist, brauche es Halt, sagte Söder. Im Gespräch mit Papst Franziskus kündigte er ein Hilfsprogramm für Obdachlose in Großstädten an.

Söder wurde am Freitagmorgen vom Papst im Vatikan zu einer Privataudienz empfangen. Anschließend traf er im Kloster Mater Ecclesiae mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI zusammen. Aus der Münchner Staatskanzlei hatte es vor der Reise geheißen, die Terminüberschneidung mit dem Kreuz-Erlass sei reiner Zufall, der Besuch im Vatikan sei bereits lange geplant gewesen.

Nach dem Beschluss des bayerischen Kabinetts muss seit Freitag in den Dienstgebäuden des Freistaats ein Kreuz im Eingangsbereich hängen. Für Hochschulen, Theater und Museen gilt keine Pflicht, sondern nur eine Empfehlung. Der Erlass ist nicht nur in der Opposition auf Kritik gestoßen, auch Vertreter der Kirchen warnten vor einer Instrumentalisierung des Kreuzes für Wahlkampfzwecke. Kardinal Reinhard Marx erklärte, der Vorstoß sorge für „Spaltung und Unruhe“.