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Was von Apples Entwicklerkonferenz WWDC erwartet wird

Bei vielen Apple-Events der vergangenen Jahre sickerten schon vorher Details in Medienberichten durch. Über die Ankündigungen der am Montag anstehenden Entwicklerkonferenz WWDC weiß man dagegen wenig.

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Cupertino

, 03.06.2018
Was von Apples Entwicklerkonferenz WWDC erwartet wird

Ein Mann sitzt vor einem Laptop auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC. Foto: Marcio Jose Sanchez/AP/Illustration

Vor dem Start der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC am Montag kocht die Gerüchteküche diesmal auf Sparflamme. Anders als bei vielen vergangenen Events des iPhone-Konzerns sickerten diesmal nur wenige Informationen durch.

So berichtete der Finanzdienst Bloomberg, Apple wolle Funktionen vorstellen, die einer übermäßigen iPhone-Nutzung vorbeugen sollen. Die Software-Werkzeuge zur „digitalen Gesundheit“ im nächsten iPhone-Betriebssystem sollen unter anderem übersichtlich zeigen, wie viel Zeit man mit dem Gerät und in einzelnen Apps verbringe.

Ähnliche Funktionen wurden erst vor wenigen Wochen auf der Konkurrenz-Veranstaltung Google I/O für Smartphones mit dem Betriebssystem Android vorgestellt. Auch Facebook verspricht, sich stärker um das „digitale Wohlbefinden“ seiner Nutzer zu kümmern, etwa indem in den Newsfeeds weniger unterhaltsame Videos gezeigt werden sollen. Den Konzernen aus dem Silicon Valley wird zunehmend vorgeworfen, ihre Geräte und Angebote machten Nutzer süchtig. Apple wurde jüngst sogar vom Investor Jana Partners aufgefordert, mehr dagegen zu unternehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt der WWDC-Präsentation am Montag (ab 19.00 MESZ) werde die „erweiterte Realität“ sein, hieß es bei Bloomberg weiter. Bei der Technologie (Augmented Reality, AR) werden auf einem Bildschirm virtuelle Objekte in reale Umgebungen integriert. Apple setzt schon seit mehreren Jahren auf die Technik. Nun soll unter anderem die Möglichkeit hinzukommen, in der Umgebung platzierte digitale Objekte präzise an dieser Stelle liegen zu lassen. Außerdem sollen mehrere Nutzer in Spielen gemeinsam virtuelle Gegenstände einsetzen können. Eine ähnliche Funktion war bei der Google I/O Anfang Mai auch für Android angekündigt worden.

Insgesamt habe Apple viele größere Neuerungen für das iPhone-System iOS wie eine Neugestaltung des „Home“-Bildschirms mit seinen App-Symbolen für das kommende Jahr aufgeschoben, berichtete Bloomberg. Dieses Jahr solle der Fokus darauf liegen, die kommende iOS-Version stabiler und schneller laufen zu lassen.

Apple gibt bei den Entwicklerkonferenzen traditionell vor allem einen Ausblick auf die kommende Software für seine Geräte. Während bei der WWDC im vergangenen Jahr unter anderem neue Macbook-Laptops präsentiert wurden und Apple auch einen ersten Blick auf den vernetzten Lautsprecher HomePod gewährte, soll Hardware dem Bericht zufolge diesmal keine große Rolle spielen. Der Konzern arbeite zwar an Modellen von Macbook und Macbook Pro mit neuen Intel-Chips sowie einem Nachfolger für das günstigere Macbook Air. Diese Geräte würden aber erst im späteren Jahresverlauf fertig sein, schrieb Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Auch ein neues iPad-Tablet mit der Gesichtserkennungs-Funktion FaceID werde erst später erwartet. Immer wieder spekuliert wurde über eine Neuauflage des günstigeren iPhone-Modells SE - aber Details dazu blieben unklar.

Apple steht unter Druck, die Qualität seiner digitalen Assistentin Siri zu verbessern, die mit Amazons Alexa-Software und dem Google Assistant konkurriert. Allgemein erwartet werden auch neue Funktionen auf Basis maschinellen Lernens und künstlicher Intelligenz. Der Website „The Information“ zufolge will Apple den Zugang von Software-Entwicklern zum kontaktlosen NFC-Funkchip in den iPhones etwas weiter öffnen. Voraussichtlich mit dem nächsten iPhone-Betriebssystem sollen mit den Telefonen auch Türschlösser einiger Marken geöffnet werden können, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Apple agiert bisher sehr restriktiv, was den Zugang zum NFC-Chip der iPhones angeht. So kann als einziger Bezahldienst das hauseigene Apple Pay darauf zugreifen. Banken und Apple-Pay-Konkurrenten plädieren schon seit längerem für eine weitere Öffnung der Funktionalität - wie es sie zum Beispiel auf Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android gibt.