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So hat sich die Milchtankstelle auf dem Hof Schulte Althoff weiterentwickelt

Milchtankstelle in Südkirchen

Was als kleine Holzhütte anfing, den der Hof Schulte Althoff für seine Milchtankstelle nutzte, ist mittlerweile zum Ausflugsziel geworden. Und die Familie hat schon größere Pläne im Blick.

Südkirchen

von Nele Katinka Falke

, 03.06.2018
So hat sich die Milchtankstelle auf dem Hof Schulte Althoff weiterentwickelt

Aus dem kleinen Holzhäuschen an der Cappenberger Straße ist eine große Hütte geworden, die längst schon viel mehr bietet, als nur die Milchtankstelle. Das Betreiber-Ehepaar Julia und Martin Schulte Althoff arbeiten gerade an weiteren Produkten für den Verkauf. © Nele Falke

Ein unscheinbares Holzhäuschen am Hof an der Cappenberger Straße: Was als eine Milchzapfanlage anfing, ist mittlerweile Lebensretter für Frühschichtler und beliebtes Familien-Ausflugsziel.

In den vergangenen Jahren hat sich auf dem Hof Schulte Althoff einiges getan: Im Januar 2016 startete der Betrieb mit der Milch-Tankstelle. Anfangs gehörten neben der Milch auch zugekaufte Kartoffeln und Eier zum Angebot. „Es war ein Versuch. Wir wurden positiv überrascht“, sagt Julia Schulte Althoff rückblickend zu dem Verkauf. Seit knapp einem Jahr wird die Milch der eigenen Kühe nun auch weiterverarbeitet: zu pasteurisierter Milch, Joghurtprodukten, Frischkäse und Quark. „Mittlerweile haben wir auch eigene Hühner, da war die Nachfrage sehr groß“.

300-Liter-Kessel immer randvoll

Die tagesfrischen Eier vom eigenen Hof kommen gut bei den Kunden an: „Während der Mittagszeit hat man hier oft noch Auswahl, aber abends muss das Glück dann schon echt groß sein, noch eines unserer Eier zu erwischen. Die restlichen Eier werden zugekauft“, erklärt Julia Schulte Althoff und ergänzt: „Anfangs mussten wir uns bei den Mengen erst einmal herantasten und aufpassen, dass man nicht zu viel oder zu wenig von allem hat. Engpässe gab es hier und Überschuss auch, aber rückblickend lief das alles echt super“. Der 300-Liter-Kessel in der Molkerei, der anfangs für zu groß gehalten wurde, ist mittlerweile viel zu klein und immer randvoll.

Das Besondere an den hofeigenen Produkten ist der Anspruch, sie so naturbelassen wie möglich anzubieten.

Handelsübliche Supermarkt-Milch wird zunächst homogenisiert, also durch eine Zentrifuge in der Molkerei erst auseinander- und dann wieder zusammengesetzt. Das Fett wird hierbei hinausgesaugt und passend wieder eingesetzt. Ähnlich sei es mit Frischkäse aus dem Discounter, der oft durch Stickstoff aufgeplustert werde.

„Es schmeckt wie früher“, wie bei Oma“

Auf dem Hof Schulte Althoff wird die Milch nur pasteurisiert, also auf 63 Grad für 30 Minuten erhitzt und wieder abgekühlt. „Es bleibt beim ursprünglichen Produkt und wird nicht wie ein Legoturm auseinandergesetzt, das macht es für mich ehrlicher. Es ist ein traditionell hergestelltes Produkt und ich finde, das schmeckt man auch. Das sagen auch viele Kunden: Es schmeckt wie früher, wie bei Oma“, beschreibt Julia Schulte Althoff die Natürlichkeit der Produkte, die auch die Käufer zu schätzen wissen.

„Deswegen kommen auch viele Allergiker zu uns, wir benutzen kein Molkenpulver oder Gelatine“, erklärt Ehemann Martin Schulte Althoff.

Dass die Verarbeitungsschritte und der Vertrieb auf dem Hof bleiben, hat für die Familie vor allem einen Vorteil: die Kundennähe. Es steht kein Händler zwischen Käufer und Verkäufer; dadurch kann die Kleinfamilie schneller auf Kundenwünsche eingehen. „Wir sind dadurch sehr flexibel“, sagt Julia Schulte Althoff.

So hat sich die Milchtankstelle auf dem Hof Schulte Althoff weiterentwickelt

Vom Ursprung der Milch bis zum Verkauf sind es auf dem Hof Schulte Althoff nur wenige Meter. © Schulte Althoff

Im Herbst wird die Zweifachmutter ihre Ausbildung abschließen; Sie ist bereits gelernte Landwirtin und bildet sich in Baden-Württemberg zur Agrarfachwirtin für handwerkliche Milchverarbeitung weiter. „Zu Deutsch ist das eigentlich der Käser“, erklärt Julia Schulte Althoff und lacht.

Die Ausbildung sorgt für zusätzlichen organisatorischen Aufwand für die Familie: „Die Zulieferer wollen natürlich trotzdem ihre Ware am Mittwoch oder Donnerstag haben und das ist schon immer Aufwand. Da bin ich auch echt richtig dankbar, dass wir so viel Unterstützung haben“ – sowohl von der Familie, als auch von den drei Mitarbeitern.

Ganz neu in dem Holzhäuschen ist der Kaffeeautomat. „Für Menschen, die Nachtschichten haben, Krankenschwestern zum Beispiel, oder auch für Pendler am Morgen, bieten sich unsere Öffnungszeiten natürlich an“, sagt Martin Schulte Althoff. Um 5.30 Uhr öffnet das Häuschen, um 22.30 Uhr wird es automatisch geschlossen.

Familie hat schon weitere Räume in Planung

Es handelt sich bereits um die zweite Hütte, die erste war schon nach kurzer Zeit zu klein für die Produktvielfalt. „Es gibt viele Kunden, die nach einem richtigen Laden fragen. Da überlegen wir selbst immer hin und her. Irgendwann kommt der auf jeden Fall“, verspricht die Inhaberin. In naher Zukunft sind Käse-Reiferäume geplant.

Für viele Familien ist der Hof inzwischen mehr als ein Zwischenstopp zum Milch-Einkauf; es ist ein Ausflugsziel für Kinder, die sich hier den Stall, ein Pony, Ziegen und Hühner ansehen können.

Ein Tag für die Milch Am Freitag, 1. Juni, war „Weltmilchtag“, bei dem einmal im Jahr Werbung für den Milchkonsum gemacht wird. Zahlen der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW e.V. zeigen, dass die Milchproduktion in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren rückläufig war. 871.268 Tonnen Konsummilch wurden 2016 in NRW hergestellt, 2017 waren es hingegen 788.846 Tonnen. Das entspricht einem Minus von rund 9,5 Prozent. Im selben Zeitraum stiegen die Verbraucherpreise von 57 Cent für einen Liter H-Milch im Jahr 2016 auf 72 Cent je Liter im Jahr 2017; ein Plus von 26,3 Prozent.