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Mindestens 70 Tote nach Vulkanausbruch in Guatemala

Nach dem Ausbruch des Volcán de Fuego steigt die Zahl der Todesopfer immer weiter. In Asche, Schlamm und Geröll suchen die Rettungskräfte noch immer nach Verschütteten.

Guatemala-Stadt

04.06.2018
Mindestens 70 Tote nach Vulkanausbruch in Guatemala

Nach einem Ausbruch des Feuervulkans in Guatemala sind mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Foto: Luis Soto, AP

Nach dem gewaltigen Ausbruch eines Vulkans in Guatemala bekommen die Rettungskräfte bei der Bergung Schreckliches zu sehen.

In einigen Häusern an den Hängen des Volcán de Fuego (Feuervulkan) entdeckten die Feuerwehrleute ganze Familien, die bei dem Unglück ums Leben kamen. Mindestens 70 Menschen wurden bei dem Vulkanausbruch getötet, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.

In einem Krankenhaus in Guatemala-Stadt erlag ein achtjähriger Junge seinen schweren Verbrennungen. „Leider haben wir unseren lieben Patienten verloren“, sagte Krankenhausdirektor Edwin Bravo. Der Junge hätte kurz darauf zur weiteren Behandlung in eine Spezialklinik in die USA gebracht werden sollen. In den Krankenhäusern in der Hauptstadt und in Escuintla kämpften die Ärzte weiter um das Leben der Verletzten, die zum Teil Verbrennungen dritten Grades erlitten.

Unterdessen setzten Feuerwehrleute, Soldaten und Sanitäter die Bergungsarbeiten an den Hängen des Berges fort. Zwei Ortschaften wurden weitgehend zerstört. Auf der Suche nach weiteren Opfern gruben sich die Rettungskräfte am Dienstag durch Asche, Schlamm und Geröll. Mit Baggern wurden die Zufahrtsstraßen freigeräumt.

Er gehe davon aus, dass die Energie des Vulkans weiter sinken werde, sagte der Direktor des guatemaltekischen Instituts für Vulkanologie, Eddy Sánchez, bei einer Pressekonferenz. Der Vulkan sei generell jedoch aktiver als sonst. Bei den Eruptionen treten sehr heiße Gase aus, wie Sánchez sagte. 

Das Forensische Institut des Landes identifizierte bislang 17 Todesopfer. Die weiteren Toten wurden in Leichenhallen gebracht, um dort ihre Identität festzustellen, wie der Institutsleiter Fanuel García mitteilte. Dazu seien zwei mobile Einheiten jeweils rund 60 Kilometer südlich von der Hauptstadt Guatemala-Stadt eingerichtet worden. Die ersten Opfer des Ausbruchs wurden bereits beigesetzt.

Die Einsatzkräfte des lateinamerikanischen Landes arbeiteten ohne Pause, um den Betroffenen zu helfen, teilte die Regierung auf Twitter mit. Aus mehreren Ländern sei Hilfe durch Ärzte angeboten worden, sagte der guatemaltekische Vizepräsident Jafeth Cabrera. Die Tore des Landes stünden dafür offen, erklärte der Politiker. 

Das katholische Hilfswerk Caritas richtete drei Notunterkünfte ein. „Diese Naturkatastrophe hat ausgerechnet zwei der ärmsten und abgelegensten Dörfer der Region am schwersten getroffen“, sagte der Referatsleiter für Lateinamerika, Claudio Moser. „Das Hauptaugenmerk unserer Helfer vor Ort gilt derzeit der Bergung der unzähligen Verschwundenen.“

Papst Franziskus sprach den Opfern sein Beileid aus. Das katholische Kirchenoberhaupt wolle den Angehörigen, die den Verlust ihrer Liebsten beklagen, Trost spenden und den Hilfskräften spirituell beistehen, hieß es in einer von der päpstlichen Nuntiatur in Guatemala verbreiteten Botschaft.

Der Feuervulkan südwestlich von Guatemala-Stadt war am Sonntag ausgebrochen, die Lavamassen schlugen eine Schneise der Zerstörung durch die Siedlungen an den Hängen. Präsident Jimmy Morales erklärte den Notstand, um schneller Hilfe in das Unglücksgebiet bringen zu können. Der Vulkan war am Montag weiter aktiv, allerdings mit verminderter Intensität, wie das Vulkanologische Institut berichtete.

Der Volcán de Fuego ist einer von drei aktiven Vulkanen in dem mittelamerikanischen Land. Seit 2002 zeigt der etwa 3700 Meter hohe Berg wieder eine verstärkte Aktivität. Erst im Mai war der Vulkan ausgebrochen und hatte eine Schlammlawine ausgelöst.

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