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Fünf Methoden, um zu entspannen

Yoga, Pilates & Co.

Ob dynamisch oder bedächtig, ob statisch oder fließend, ob stehend, liegend oder sitzend: Entspannungssport ist nicht gleich Entspannungssport. Sechs Trainingsmethoden und ihre Besonderheiten im Überblick.

05.06.2018
Fünf Methoden, um zu entspannen

Ob eher fitnessbetont oder auf Entspannung bedacht: Wer Lust auf Yoga hat, findet meist auch die Form, die ihm am meisten liegt. © dpa

1 Yoga:Die Mutter aller Entspannungssportarten ist eigentlich viel mehr als das: eine philosophische und religiöse Lehre aus Indien, die geistige und körperliche Übungen beinhaltet. In der westlichen Gesellschaft fand vor allem das körperliche Training Verbreitung, modifizierte Variationen wie Power-Yoga konzentrieren sich auf Fitness und Ausdauer. „Es gibt heute sehr viele Yogaformen“, erklärt Ulrika Eiworth, Trainerin für Yoga, Pilates und Nia aus Mosbach. „Einige sind dynamischer, einige eher meditativ.“ Dadurch findet jeder den Schwerpunkt, der ihm am meisten liegt. Meiden sollten Yoga frisch Operierte, zum Beispiel nach einem Bandscheibenvorfall.

2 Pilates: Der Deutsche Joseph Hubert Pilates entwickelte dieses Prinzip ursprünglich für Soldaten während des Ersten Weltkriegs. Pilates ist ein schonendes, ganzheitliches Körpertraining und konzentriert sich neben dem Fitness-Aspekt auch auf Atmung, Haltung und Koordination. Bei Pilates steht die Körpermitte im Fokus: Rumpf, Bauch, Rücken und Beckenboden. „Im Unterschied zu Yoga, wo viele Übungen statisch gehalten werden, wird hier fließend gearbeitet, unterstützt von Hilfsmitteln wie Bällen, Ringen oder Bändern“, erklärt Eiworth.

3 Qigong: „Qigong ist ein harmonischer Fluss an Bewegungen“, sagt Qigong- und Taiji-Lehrerin Karin Sedlmeier aus Wolnzach in Oberbayern. „Man hört kurz vor der stärksten Anspannung auf und geht dann in die Gegenbewegung.“ Das alles sehr langsam, aber stetig. „Qigong fördert das Immunsystem, verbessert Kraft und Kondition“, erklärt Sportwissenschaftler Yu Zhejun von der Universität Mainz.

Durch die meditativen Anteile und die Atmung wirkt Qigong beruhigend. Gesundheitliche Einschränkungen gibt es kaum. Im Gegenteil: „Qigong hält die Wirbelsäule in Bewegung und ist gerade für Leute mit Rückenproblemen geeignet“, sagt Sedlmeier. Durch Lockerungsübungen für Schultern und Nacken finden Bürohengste hier Entspannung. Da Qigong gut zu modifizieren ist, trainiert Sedlmeier viel mit Schlaganfallpatienten. „Das ist so langsam, so behutsam und achtsam, dass jeder es praktizieren kann.“

4 Taijiquan oder Tai Chi: Taijiquan – kurz Tai Chi – ist eine chinesische Kampfkunst. „Der Bewegungsfluss ist ähnlich wie bei Qigong“, sagt Sedlmeier. Während man bei Qigong aber eher stehend dieselben Übungen wiederholt, lernen die Schüler beim Tai Chi ganze Choreografien. Das trainiere Beine und Rücken sehr effektiv, sei aber anspruchsvoller zu lernen. „Tai Chi erfordert viel Koordination und Konzentration“, sagt sie. Aber es schult eben auch beides.

Kursteilnehmer sollten bereit sein, das Training zu Hause fortzusetzen. Wer mit Knieproblemen zu kämpfen hat, sollte beim Tai Chi vorsichtig sein, sagt Yu. „Bei den Übungen sinkt oft der Körperschwerpunkt, sodass die Knie stark belastet werden.“ Jeder muss seine eigene angenehme Körperposition finden, um Verletzungen zu vermeiden.

5 Nia: Nia steht für „Non-Impact Aerobics“, ist also ein gelenkschonendes Aerobic-Training, das in den 80er-Jahren in San Francisco begründet wurde. Bei Nia wurde kombiniert, was die Menschen an Entspannungssportarten mögen: Tanz, Kampfsport, Yoga, Musik. Ähnlich wie bei Yoga und Pilates stehen Stressabbau und Körperwahrnehmung im Mittelpunkt, sagt Nia-Trainerin Ulrika Eiworth. Im Vergleich zu Yoga sei Nia aber viel dynamischer.

dpa