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Wenders: Trump setzt auf „primitives Wir-sind-wer-Gefühl“

Köln. Der Filmemacher hofft auf die bald einsetzende Vernunft der Trump-Wähler und baut auf das Engagement von Gegenfiguren, die sich tatsächlich für das Gemeinwohl einsetzen. Wenders hat den Dokumentarfilm „Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes“ gedreht.

Wenders: Trump setzt auf „primitives Wir-sind-wer-Gefühl“

Der Filmemacher baut auf die Vernunft der Trump-Wähler. Foto: Oliver Berg

Der deutsche Filmemacher Wim Wenders (72) hofft auf die Vernunft der Wähler von US-Präsident Donald Trump.

„Irgendwann werden die Menschen merken, dass alles Betrug war und dass es ihnen nichts gebracht hat, einen Rattenfänger zum Präsidenten zu wählen“, sagte der Regisseur von „Paris, Texas“ und „Der Himmel über Berlin“ dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag).

Trump beschwöre lediglich ein „primitives Wir-sind-wer-Gefühl“. Für seine Wähler seien seine Wahlveranstaltungen allerdings wie Hochämter - „auch wenn es Hochämter an Zynismus und Unwissenheit sind“, so der 2015 mit dem Ehrenbären der Berlinale-Filmfestspiele ausgezeichnete Regisseur und Fotograf.

Hingegen lobte Wenders Papst Franziskus als „Gegenfigur zu fast allen Politikern heute“. Er sei ein Mensch, „der tatsächlich das Gemeinwohl und nicht nur seine eigenen Interessen, also die der eigenen Kirche vertritt“. Im Juni kommt Wenders' Dokumentarfilm „Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes“ in die Kinos. Dafür habe er viele lange Gespräche mit dem Kirchenmann geführt. Es sei aber kein biografischer Film über Franziskus oder ein Interviewfilm geworden, sondern ein Film mit dem Papst.

Das Besondere an diesem Papst sei auch, dass er dorthin reise, wo kein Politiker hingehe: „in Gefängnisse, Krankenhäuser oder Flüchtlingslager. Franziskus ist ein unglaublich mutiger Mensch, um nicht zu sagen: furchtlos.“ Wenders stammt aus einer katholischen Familie, außerdem ist er zweifacher Ehrendoktor der Theologie.

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