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Wenn es die Farbe kalt erwischt - Lackpflege im Winter

Köln/Stuttgart (dpa/tmn) Werterhalt ist ein wichtiger Begriff für Autobesitzer. Schließlich geht es neben allem Fahrspaß auch darum, den Wagen so gut in Schuss zu halten, dass er später auf dem Gebrauchtmarkt noch einen guten Preis erzielt.

Ratsam ist es daher, sich auch während der kalten Jahreszeit mit der farbigen Hülle der Karosserie zu beschäftigen und ihr die nötige Pflege zu gönnen. Denn der Winter hat viele Dinge im Repertoire, die Autofahrer nicht nur in ihrer Sicherheit beeinträchtigen, sondern auch ein Problem für die Lackschicht darstellen.

So werden Eis und Schnee auf den Straßen mit Sand, Splitt und Salz bekämpft. Die Fahrzeug- und Metall-Lackierer-Innung in Essen weist darauf hin, dass die Mischung aus geschmolzenem Wasser, Salz und Schmutz auf den Straßen «Gift für den Autolack» ist. Wenn die Lackschichten bereits durch Steinschlag angegriffen sind, kann sich das hochgeschleuderte Gemisch in die Oberflächen fressen. Der Sand hat zudem eine Wirkung wie Schmirgelpapier.

Die Innung weist auch auf Probleme hin, die durch Schnee auf dem abgestellten Fahrzeug entstehen können. Im Schnee sind oft Schmutzpartikel eingeschlossen: Wird die Schneeschicht rücksichtslos vom Wagen geschoben, kann dies zu feinen Lackkratzern führen. Ratsam ist es, Schneeschichten bis auf einen Rest abzutragen und diesen dann bei langsamer Fahrt vom sich erwärmenden Wagen abtauen zu lassen.

Doch obwohl der Lack im Winter arg in Bedrängnis kommt, handeln viele Autofahrer nicht danach: «Es ist so, dass am Auto im Winter eher weniger Pflege geleistet wird», sagt Alfred Raißle, Lacksachverständiger der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Stuttgart. Weil ständig neuer Schmutz lauert, spart sich mancher Autohalter die Wagenwäsche - schließlich ist die Pflege schon nach wenigen Kilometern kaum noch optisch wahrnehmbar.

«Der Wagen sollte im Winter regelmäßig gewaschen werden», sagt Torsten Stahlberg, Technischer Leiter beim Lackhersteller Spieshecker in Köln. Es kommt bei der Pflege darauf an, dass der teils aggressive Schmutz entfernt wird. Ratsam ist laut dem Lackhersteller BASF Coatings in Münster vor dem Besuch der Waschanlage eine Vorwäsche, die den gröbsten Dreck entfernt. Dieser könnte sonst durch die Waschbürsten zu einem Schmirgeleffekt führen. Ein wichtiger Faktor im Hinblick auf die Lackpflege ist zudem Wachs. Ein Überzug aus Hartwachs schützt den Lack vor schädlichen Umwelteinflüssen.

Noch besser ist es, wenn die Lackoberfläche regelmäßig aufbereitet und versiegelt wird. Eine Politur ist dabei ein Weg, aber nicht der einzige und beste. Laut Torsten Stahlberg bedeutet jede Politur auch Abrieb - es wird also Lack abgetragen. «Es gibt aber auch Lackreiniger, die ohne zu viel Abrieb reinigen.»

Die Fachleute weisen im Zusammenhang mit Politur und Lackreinigung darauf hin, dass Pflegemittel in der Regel für den Einsatz bei bestimmten Temperaturen ausgelegt sind. Hier ist also ein Blick auf die Verpackung wichtig: Sonst beschränkt sich die Politur bei niedrigen Temperaturen womöglich auf mühseliges Verteilen einer zähen Pampe auf der Karosserie.

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