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Anklage: Doppelmord

WERNE Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat gegen den 40-jährigen Carsten O. Anklage wegen Mordes in zwei Fällen erhoben. Das bestätigte gestern die ermittelnde Staatsanwältin Carola Jakobs.

von Von Rudolf Zicke

, 25.08.2007
Anklage: Doppelmord

Staatsanwältin Carola Jakobs kündigte an, dass bald Anklage gegen den Eigentümer des alten Fachwerkhauses an der Westmauer erhoben werden soll.

Carsten O. soll am 21. Juni in der Schottlandstraße seine Eltern getötet haben, ein Tatvorwurf, der sich bis vor kurzem nur auf Indizien gründete. Der Beschuldigte hatte behauptet, sich nicht erinnern zu können.

"Inzwischen hat er aber die Tat eingeräumt", erklärte Staatsanwältin Jakobs weiter. Außerdem habe er weitere Angaben gemacht, die die bisherigen Ermittlungsergebnisse bestätigten. Danach hat er sein Eltern mit einem Vorschlaghammer getötet, und zwar zunächst seinen 74-jährigen Vater, dann die 69-jährige Mutter.

Motiv "undurchsichtig"

Die Frage nach dem Warum ist trotz des Geständnisses etwas "undurchsichtig", so Carola Jakobs. Offensichtlich hätten der große Alkoholkonsum und die Arbeitslosigkeit des im Haus der Eltern lebenden Mannes immer wieder zu Konflikten geführt, er habe sich von seinen Eltern ungerecht behandelt gefühlt. Am Tattag seien die Streiterinnen dann offensichtlich eskaliert.

"Außerdem war wohl Verzweiflung im Spiel", meint die Staatsanwältin, da der 40-Jährige unter einer bis dahin nicht richtig erkannten psychischen Erkrankung leide.

Dass ein solches Krankheitsbild vorliegt, bestätigt nun auch das zweite psychiatrische Gutachten, das die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben hatte. Beide gehen davon aus, dass der 40-Jährige zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig war. Schon auf Grund der ersten Untersuchungen war der Verdächtige nicht in Untersuchungshaft genommen, sondern in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden.

Schuldunfähig

Die Gutachten haben nach Auskunft von Staatsanwältin Jakobs auch Einfluss auf die anstehende Hauptverhandlung bzw. ein Urteil. Die Verhandlung wird als so genanntes Sicherungsverfahren geführt, unterscheidet sich von "normalen" Strafverfahren aber kaum. Am Ende steht allerdings bei erwiesener Schuldunfähigkeit nicht die Unterbringung in einer Haftanstalt, sondern die Einweisung in eine forensische Klinik - eventuell lebenslang. "Wenn von dem Kranken eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht oder eine Tatwiederholung möglich erscheint", erläutert Staatsanwältin Karola Jakobs.

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