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Anti-Aggressions-Training wird zur Bewährungsauflage

Schöffengericht

WERNE Da kam einiges zusammen: Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung, unerlaubten Waffenbesitzes und Widerstand gegen Polizeibeamte stand am Mittwoch ein 22-jähriger Mann aus Werne vor Gericht. Aufgrund der günstigen Sozialprognose fiel das Urteil dennoch recht milde aus.

von Von Heinz Greve

, 28.04.2010
Anti-Aggressions-Training wird zur Bewährungsauflage

Das Schöffengericht in Lünen verurteilte den 22-Jährigen zu einer fünfmonatigen Freiheitsstrafe. Weil das Gericht dem Angeklagten eine günstige Sozialprognose stellte, wurde die Freiheitsstrafe gegen Auflagen nochmals zur Bewährung ausgesetzt. Der aus schwierigen Familienverhältnissen stammende Angeklagte war in der Nacht vom 28. zum 29. November 2009 in einer Gaststätte an der Burgstraße in Werne. Er hatte bereits erheblich dem Alkohol zugesprochen als sein ihn begleitender 18-jähriger Bruder gegen 1.15 Uhr mit einem weiteren Gast in Streit geriet.

Der Angeklagte wollte seinem Bruder helfen, er bedrohte das Opfer, den Zeugen B., mit einem Butterfly-Messer und schubste es zu Boden. Dabei erlitt B. eine Beule am Hinterkopf ohne bleibende Schäden. Der herbeigerufenen Polizei widersetzte sich der Angeklagte, sodass ihm Handschellen angelegt und er zur Wache verbracht werden musste. Durch die Gewalt des Angeklagten ging einem Polizeibeamten ein wertvoller Kugelschreiber zu Bruch. In der Hauptverhandlung gab der Angeklagte kleinlaut die ihm zur Last gelegten Taten zu. Er habe sich als „Schützer“ seines Bruders gefühlt. Das Butterfly-Messer habe er dem Opfer nur „gezeigt“, nicht damit bedroht. Sowohl das Geständnis auch als die Entschuldigung bzw. Zusage der Schadenswiedergutmachung stimmten das Gericht milde.   Es blieb in seinem Urteil noch unter dem schon recht milden Antrag der Staatsanwältin. Allerdings legte es dem Angeklagten als Bewährungsauflage die Teilnahme an einem Anti-Aggressions-Training auf. Da er bereits wegen Körperverletzung vorbelastet ist, fehlte es der Gerichtsvorsitzenden nicht an mahnenden Worten, insbesondere was seinen übermäßigen Alkoholgenuss anbelangt.